Geschichte

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Neukirchen am Ostrong

Abb 1: Pfarr- und Wallfahrtskirche Neukirchen am Ostrong (Ostansicht)

Neukirchen liegt auf einer weithin sichtbaren Anhöhe, östlich des Ostrongs und südwestlich von Pöggstall, auf einer Seehöhe von 721 Metern. Der Name des Ortes bedeutet „bei der neu erbauten Kirche“.[1]


Die Gründung der Kirche und verschiedene Stiftungen

Urkundlich belegt ist vor 1121 ein Tausch von Zehenten im Gebiet zwischen Kehrbach, Schwarza, „Grizstic“ (Griestig), Thaya und Weiten(bach) zwischen Bischof Heinrich von Freising mit Bischof Ulrich von Passau. Der Freisinger Bischof, der aus der Grafenfamilie der Peilsteiner stammte, widmete diese Güter zur Kirche Niwenchirc(hen), welche er auf eigenem Grund und Boden errichtet und bereits 1117 zu Ehren Mariä Himmelfahrt geweiht haben soll.[2] Dieses Weihejahr ist jedoch urkundlich nicht belegbar.

Der Bereich der damals geplanten Pfarre gehörte zunächst zum Hochstift Freising, wurde aber um 1142 dem Kloster Neustift bei Freising unterstellt. Zur Errichtung einer eigenen Pfarre kam es damals jedoch nicht, vielmehr wurde die Kirche der 1144 errichteten Pfarre Münichreith als Filialkirche mit eigenem Seelsorgebereich zugewiesen.[3]

Bei einem Brand des Pfarrhofs Münichreith  wurden 1699 alle alten Urkunden vernichtet. Manche Aussagen über den Gnadenort Neukirchen beruhen deshalb nur auf mündlichen Überlieferungen und alten Schriften, welche im Nachlass des Jacob Altdorfer (Schulmeister zu Münichreith und Neukirchen von 1662 bis 1697) gefunden wurden.[4]

Über die Entstehung der Kirche erzählt eine Sage: Vor langer Zeit stand östlich von Altenmarkt, auf dem Rücken des Ostrong, das Schloss Ysper. Bevor dieses sündige Schloss wegen der vielen Freveltaten versank, soll sich die Muttergottesstatue aus der Schlosskapelle erhoben haben und auf den Nussendorfer Anger gekommen sein. Dort wollte man ihr eine Kirche bauen. Als die Zimmerleute das Holz für den Bau zurichteten, flogen viele Späne. Jeden Abend bedeckten sie weithin den Arbeitsplatz. Als die Arbeiter jedoch am anderen Morgen die Arbeit wieder aufnehmen wollten, war der Platz ganz sauber. Nachdem dies mehrmals geschehen war, begannen die Leute nach den Spänen zu suchen. Man fand sie schließlich dort, wo heute die Wallfahrtskirche Neukirchen steht. Sie waren so angeordnet, dass sie den Grundriss eines Gotteshauses darstellten. Die Leute waren davon überzeugt, dass die Gottesmutter selbst die Späne an diesen Platz gebracht hatte.[5]

Eine andere Legende erzählt, dass die allerseligste Jungfrau selbst dem Baumeister erschienen sein soll, als er den Plan für das Gotteshaus entwerfen wollte. Als lichte Frauengestalt in einem weiten wallenden Mantel stand sie vor ihm. Langsam ließ sie Hobelspäne auf den Boden fallen, bis der Umriss der zu erbauenden Kirche deutlich zu erkennen war. Dann verschwand sie ebenso geheimnisvoll, wie sie gekommen war. Der Baumeister sah im Tun der weißen Frau einen Fingerzeig Gottes und erbaute die Kirche genau nach den am Boden liegenden Spänen.[6] 

1357 stiftete Khirner (Konrad) der Fritzelsdorfer zu Schwarza(u) zu „unser Frauen gegen Neukirchen ein Pfund Gelts“ für eine wöchentliche Messe, die jeweils am Mittwoch von der Pfarre Münichreith aus vom Pfarrer oder vom „Gesellen“ gehalten werden sollte. Bis dieses Pfund angelegt wird, sollte der Pfarrer den Dienst von 5 ß d und 2 Teile vom Korn- und Haferzehent sowie den kleinen Zehent vom „Hof auf der Hait“ erhalten.[7]

1428 bestätigten Georg der Kelberharter, Landrichter zu Pöggstall, und die Brüder Hanns und Hardtneydt von Arndorf die von den Brüdern Otto und Hermann von Arndorf gestiftete Seelenmesse „alle Montag auf dem Karner Altar in Unser lieben Frauen Gottshaus zu Neukirchen“. Otto und Hermann von Arndorf hatten dazu dem Münichreither Pfarrer Ulrich Sagler 16  Tagwerk Weingarten zu Spitz, jährlich mit 12 d nach Ober-Ranna dienstbar, und Dienste von vier Weingärten in der Pfarre Emmersdorf gegeben. Georg Kelberharter verbesserte diese Stiftung durch einen Drittelzehent, groß und klein, in Würnsdorf. Die Brüder Hanns und Hardtneydt von Arndorf gaben dazu drei Untertanen zu Krumling und einen Untertan zu Artstetten sowie Dienste von Grundstücken in Unterbierbaum und „Krottenthall“. Neben den drei Stiftern besiegelten Thomas Kölbl, Burggraf zu Mollenburg, und Mathes Fleischess, Pfleger zu Pöggstall, als Zeugen die Urkunde.[8] 

1469 stiftete Wolfgang Erndorfer eine „ewige Messe“ in „Unser Lieben Frauen Gotteshaus“ zu Neukirchen. Diese sollte wöchentlich, jeweils am Mittwoch, auf dem Altar der „Sanct Bernhardins Cappellen (…) gelesen und gesprochen“ werden, wozu Pfarrer Colman aus Münichreith einen Priester „ordnen und stellen“ musste. Dafür erhielten der Pfarrer und seine Nachfolger den Stockhof mit zwei Teilen Zehent, groß und klein, zu Feld und zu Dorf, sowie 5 ß d jährliche Gült, 32 d für einen Ackermann und 21 d für ein Weihnachtsbrot, alles am St.-Georgen-Tag zu leisten. Sollte der Pfarrer jedoch die Messe unterlassen, musste er ein Pfund Wachs zur St.-Bernhardin-Kapelle geben. Der Verweser und Priester zu Neukirchen sollte am Altar für den Stifter und seine Vorfahren und Nachkommen und für alle gläubigen Seelen beten und erhielt dafür vom Pfarrer zu Münichreith jährlich 12 Pfennig.[9] Die hier erwähnte St.-Bernhardin-Kapelle wurde von den Arndorfern in unmittelbarer Nähe der Gruft errichtet und von ihnen ausgestattet. Diese Kapelle, die auch den Namen „Stiftskapelle“ bzw. „Stifterkapelle“ trug, befand sich südlich des Langhauses, anschließend an die Sakristei, und bildet heute das durch einen Spitzbogen getrennte erste Joch des südlichen Seitenschiffs. Jener spätgotische, wahrscheinlich von Wolfgang Erndorfer gestiftete Altarschrein, der nun in der nördlichen Seitenkapelle steht, befand sich bis 1862 in dieser Kapelle.[10] Auch das spätgotische Glasfenster, auf dem die kniende Figur dieses Ritters dargestellt ist, schmückte früher diese Kapelle; es wurde wahrscheinlich erst bei der Erneuerung der Kirchenfenster 1931/32 hier entfernt und in das Fenster links vom Hochaltar eingefügt.[11]

Ein Grabstein in der nördlichen Seitenkapelle erinnert an den 1488 (oder 1433) verstorbenen Münichreither Pfarrer Georg Gepluzer, der in Neukirchen begraben wurde. Die rote Marmorplatte mit einem Kelch im Vierpass trägt die Umschrift: „Anno dni 1488 (?) / in vigilia scti Thomae obiit venerabilis vir georius gepluzer / plebanus in Minichr(eit) / hic sepultus cuius anima requiescat in scta pace“ (Im Jahr des Herrn 1488, am Vortrag des hl. Thomas, starb der ehrwürdige Herr Georg Gepluzer, Pfarrer in Münichreith. Er ist hier begraben, seine Seele ruhe in heiligem Frieden). 1519 starb der Neukirchener Benefiziat Wolfgang Mertenperger. Die rote Marmorplatte mit Relief zeigt einen Kelch und ein Messbuch im Dreipassfeld. Die Inschrift lautet: „Anno dni 1519 in / die dnice (= die Dominicae) ascesionis / obiit venerabil vir / dns Wolfg Merteper / ger bnficiat i neukirch / en cui aia (cuius anima) deo vivat“ (Im Jahr des Herrn 1519, am Sonntag nach Christi Himmelfahrt, starb der ehrwürdige Herr Herr Wolfgang Mertenperger, Benefiziat in Neukirchen, dessen Seele in Gott leben möge). Beide Grabsteine lagen früher im Fußboden des Mittelschiffs der Kirche, 1909 wurden sie in der Seitenkapelle angebracht. [12]

1534 legte der Besitzer von Arndorf, Georg Kornfail, die Einlage seines Benefiziaten am St.-Georgen-Benefizium zu Neukirchen vor. Die Gülten zu Krumling, Artstetten und Neukirchen versteuerte der Vogt und Lehensherr Kornfail. Weiters gab es noch einige Grundstücke und Weingärten sowie ein „Zehenttl“ zu Würnsdorf, welches der Benefiziat zu seiner „Haußnottdurfft“ brauchte. Die Summe der Einkünfte erbrachte 8 tl 7 ß 6 d.[13]

Der Benefiziat Wolfgang Krafft erstellte 1544 eine Fassion seines Benefiziums zu Neukirchen, welches mit 6 tl 4 ß 21 d taxiert war. In einem beigelegten Schreiben, in dem  auch sein verstorbener Vorgänger Jörg Hausleuter erwähnt wird, beklagte er sich, dass Frau Kornfail seine Einkünfte zu hoch angegeben habe und er die auferlegten Steuern nicht zahlen könne. Außerdem sei er ein kranker, alter Mann, dem bereits früher zweimal sein Hab und Gut „durch den Erbfeint des Cristlichen Glaubens schwärlich verdorben“ wurde. Da sich Krafft in diesem Schreiben auch als „Caplan“ bezeichnete, könnte er Kooperator (von Münichreith) gewesen sein und zugleich das Benefiziat in Neukirchen innegehabt haben.[14]

Die Reformation hinterließ auch im Gebiet um Neukirchen ihre Spuren, viele Untertanen protestantischer Herrschaften mussten wohl oder übel die Religion ihres Herrn annehmen. Um 1560 sollte Petrus Unterndorffer, Benefiziat in Bruck, über folgende Punkte examiniert werden: wo er ordiniert wurde und ob er die „Formata“ habe, wie lange er das Benefizium  innehabe, ob er nach katholischer Art zelebriere, was er von der Anrufung der Heiligen halte, ob die guten Werke zum Heil notwendig seien, ob er an die Gegenwart Christi in der Eucharistie glaube, was er vom Priestertum und von den Zeremonien halte und ob er bei der Taufe die Heiligen Öle verwende. Der Benefiziat wohnte vielleicht in Bruck bei Neukirchen.[15]

Als Hanns Jöppel das Gut und die Feste Arndorf 1586 von Kaspar von Lindegg kaufte, übernahm er auch die „Collatur“ (= Recht zur Verleihung eines Kirchenamtes) und die Lehenschaft über das von den Arndorfern gestiftete Benefizium zu Neukirchen und verpflichtete sich, dieses einem „wahren Catholischen ordentlichen Priester“ zur „Verrichtung seines Ambtes mit Haltung aller und Jeder der uralten heilligen Catholischen Khürchen Ceremonien und gebreuchen“ zu verleihen und die zum Benefizium gehörende Behausung in Neukirchen zu erhalten.[16]

Die beiden wöchentlichen Messen aus den Stiftungen von 1357 und 1469 wurden bereits 1631 unter Pfarrer Augustin Schrötter CanReg (Augustiner-Chorherr aus dem Stift St. Nikola, Passau) auf zwei Messen pro Monat reduziert.[17]

Nach einem Bericht von Pfarrer Georg Dietrich CanReg (Pfarrer in Münichreith 1646-1681) aus dem Jahr 1655 wurden vom St.-Georgen-Benefizium, das 40 fl. und einige Urnen (Eimer) Wein einbrachte, monatlich vier Messen gelesen.[18] Am Anfang des Wirkens von Pfarrer Dietrich waren noch viele Menschen dem Luthertum zugewandt. Mit Unterstützung der „Informatoren“ P. Barnabas und P. Placidus (Kapuzinerpatres) konnten damals in der Pfarre Münichreith 130 Lutheraner zum katholischen Glauben „bekehrt“ werden. [19]

Um 1750 wurde berichtet, dass auch von der Stiftung aus dem Jahr 1428 bereits vieles weggekommen und vom Vogtherrn in Arndorf wieder eingezogen worden war, was vermutlich auch die Ursache war, dass schon viele Vorgänger des damaligen Pfarrers die gestiftete Wochenmesse unterlassen hatten. Deshalb wollte der Münichreither Pfarrer monatlich zu den zwei Messen eine dritte in dieser Intention „hinzusetzen“.[20] Weiters vermerkte Pfarrer Felix Heilingeder CanReg (1748-1759), dass das St.-Georgen-Benefizium ein von etlichen Guttätern zusammengetragenes, schlechtes Benefizium war, „wo sich keiner hat erhalten könen“. Weil dieses Benefizium danach der Filiale Neukirchen inkorporiert wurde, war der Pfarrer von Münichreith zugleich Benefiziat. Damals gab es in Neukirchen keinen Pfarrhof, wohl aber ein zusammengefallenes Benefiziatenhaus, das seit „etlich hundert Jahren“ unbewohnt war.[21]

 

Der Wallfahrtsort 

Neukirchen gilt als einer der ältesten Marienwallfahrtsorte des Waldviertels. 1262 soll hier jene Gnadenstatue, die der Legende nach aus dem versunkenen Schloss Ysper stammte, aufgestellt worden sein, durch welche die Wallfahrtseigenschaft der Kirche begründet wurde.

Das Jahr 1262 ergibt sich aus der Angabe auf einem 1720 gedruckten Blatt mit einer Abbildung der Gnadenstatue, wo es heißt, dass „alda diese Gnadenreiche Mutter Sich über 458 Jahr befindet“.[22]

Die jetzige Gnadenstatue stammt aus der Zeit um 1370. Sie zeigt die Gottesmutter mit dem Jesuskind auf ihrem rechten Arm. Das Szepter in ihrer linken Hand und die Krone weisen sie als Himmelskönigin aus. Bei der Kirchenrenovierung im Jahr 1966 wurde die barocke Krone der Gottesmutter durch ein Sternen-Diadem ersetzt, weil Fachleute meinten, ein Diadem wäre der ursprüngliche Kopfschmuck gewesen. 1981 wurden jedoch die Kronen für die Gottesmutter und das Kind renoviert und wieder aufgesetzt.[23]   

Abb 2:Blick vom Chor in das Langhaus
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Besonders bedeutsam für Neukirchen war die Wallfahrt im 15. Jahrhundert, was damals auch zum Ausbau der Kirche führte. Der einstige Amtsrichter der Herrschaft Arndorf, Andreas Salzmann, ein Mann von 80 Jahren, bezeugte, dass er und andere oft gehört hätten, dass vor Martin Luthers Zeiten an diesem Gnadenort „ein grosser Zuelauff der andächtigen Kürchfährter gewessen“, was auch daran zu erkennen war, dass im Dorf Neukirchen drei „Bachstätten“ (Backöfen) aufgerichtet waren, um die „heiftig“ (häufig, oft) ankommenden Wallfahrer mit Brot versehen zu können. Als aber in Österreich und besonders in der hiesigen Gegend das Luthertum „eingerissen“ war, sei die andächtige Verehrung der Gnadenmutter gänzlich abgekommen. Nachdem das Luthertum von den hiesigen Orten wieder „ausgereithet“ (ausgerottet) war, hat die andächtige Verehrung dieses Gnadenortes wieder angefangen. Verschiedene umliegende Pfarren, Märkte und Dorfschaften kamen in Prozessionen und vertrauten der Neukirchener Gnadenmutter, was auch in dem um 1660 verbreiteten Sprichwort zum Ausdruck kam: „Wollen wür einen Regen oder schönes Wetter, so gehen wür mit dem Creuz nacher Neykürchen“. Dass beim Gnadenbild viele Menschen Hilfe und Schutz erfahren haben, ließen „aus dem opfer kasten abgelöste, und auf dem altar gelegte wächsene opfer“, Votivtafeln und in der Kirche aufgehängte Krücken erkennen.[24]

Auch verschiedene „Mirakel“ (Wunder) wurden damals erzählt und aufgezeichnet. Andreas Salzmann, der als kleiner Knabe mit seinen Eltern nach Neukirchen gekommen war, bezeugte, dass kurz davor (um 1660) ein neuer Hochaltar mit einem gemalten Altarblatt, welches die Himmelfahrt Mariens darstellte, aufgestellt wurde. Das alte, wundertätige Frauenbild wurde auf ein steinernes Postament unter dem Chor gesetzt. Eines Nachts jedoch sei die Marienstatue „ohne Zuethuung menschlicher Handt“ auf den Hochaltar gekommen und dort von vielen zulaufenden andächtigen Christen bewundert und verehrt worden. Deshalb ließ der damalige Münichreither Pfarrer Johann Georg Dietrich das gemalte Altarbild abnehmen und unweit des Hochaltars anbringen. Die Gnadenstatue aber blieb an ihrem selbst erwählten Platz auf dem Hochaltar stehen.[25]

Um 1740 bezeugte der Münichreither Schulmeister Richard Rudolph Rümer, dass Pfarrer Agapitus Rottenheusler CanReg (1705-1723) in seiner Anwesenheit dem Jesuskind auf dem rechten Arm der Statue eine andere Stellung geben lassen wollte. Ein Tischler sollte der Marienstatue den Arm absägen, um das Kind zum Beschauer drehen zu können. Als er jedoch die Säge ansetzen wollte, ließ er diese fallen und sprang „voller Schrecken und Zittern“ vom Altar herunter. Er erklärte, dass es ihm unmöglich sei, diese Arbeit auszuführen, „dan es gedunket ihm, es würde daß helle Bluett hervorscheinen“, worauf der Pfarrer von seinem Vorhaben abließ.[26]      

Auf die Ehrfurcht, welche das Volk vor dem Neukirchener Gnadenbild hatte, verweist auch der folgende Bericht: Als der Mesner von Neukirchen, Bernhard Weissinger, einmal dem Gnadenbild ein anderes Kleid anlegen wollte, drückte ihn die Muttergottes mit der linken Hand von sich weg. Der Mesner stürzte vom Altar herunter und fiel in Ohnmacht. Als er sich etwas erholt hatte, lief er nach Münichreith und erzählte diese Begebenheit dem Pfarrer Rottenheusler und dem Schulmeister Rümer. Der Mesner wurde wegen dieses Ereignisses „ganz unrichtig“ und kam fast von Sinnen, bis ihm solches vom Pfarrer unter verschiedenen Vorwänden ausgeredet wurde.[27]

Um diese Zeit spendete eine „Fürstin zu Wien“, die sich in ihrer Trübsal über die Eifersucht ihres Gatten um Hilfe an das wundertätige Gnadenbild von Neukirchen gewendet hatte und deren Bitten hier erhört worden waren, zwei silberne, vergoldete Kronen für Maria und das Jesuskind sowie ein Szepter.[28] Weitere „Mirakelberichte“ erzählen von erfolgten Linderungen und Heilungen von verschiedenen Krankheiten und den Gaben, die aus Dankbarkeit für die erwiesene Hilfe in der Kirche dargebracht wurden.[29]

Durch das Aufblühen der Wallfahrt in Maria Taferl (ab 1660) verlor die Wallfahrt nach Neukirchen stark an Bedeutung. Um der Wallfahrt einen neuen Auftrieb zu verleihen, führte Pfarrer Felix Heilingeder 1750 die „Drei Goldenen Samstage“ ein, das sind die ersten drei Samstage nach Michaeli (29. September). Der ursprüngliche Ablauf der Feier erfolgte nach folgender Ordnung: Nach der Predigt um 9 Uhr früh wurde „Unser Lieben Frauen Lytaney“ gesungen, darauf der Freudenreiche Rosenkranz und ein Gebet gesprochen. Anschließend war Beichtgelegenheit. Es folgten die Aussetzung des Allerheiligsten und darauf eine Prozession „ausser dem Friedthoff“, bei welcher der Schmerzhafte Rosenkranz gebetet wurde. Nach einem weiteren Gebet wurde die hl. Messe gefeiert, während die Gläubigen den Glorreichen Rosenkranz beteten. Nach einem kurzen Gebet wurde der Segen mit dem Allerheiligsten gegeben, ein weiteres Gebet gesprochen und schließlich folgendes Lied gesungen:

„1. Kombt herzue ihr arme Kündter, / Komet in daß gnaden Hauß / Kombt herein verlassne Sindter / Gnaden theilt Maria auß: / all die ihr seuffzet in schmerzen / die ihr schir in angst verschmacht / Kombt herzue betränkdte Herzen / heut ist guldne samstagnacht. – 2. Maria würd heut außtheillen / gnadenschäz bey ihrem thron / Kombt herzue thuet nicht verweillen / Tragt auch einen schaz davon: / lasset Euch den gang nicht reuen / dann er würd Euch heillsamb sein / würd daß traurig Herz erfreyen / Kombt zum gnaden bild herein. – 3. Trucken Euch grosse beschwerdten, / Klopffet bey der muetter an, / Hir würd Euch geholffen werden / Hir würd allen guets gethan: / Büttet waß daß Herz begehret, / waß ihr noth zu bitten habt / dan sie vorauß gern erhöret, / an der guldnen samstagnacht. - 4. Nein mein Kindt laß dich nicht reuen, / dass du hieher komen bist; / es soll dich villmehr erfreyen / daß der gang geschehen ist: / waß zu Hauß versamet worden, / würd dir schon hereingebracht; / würst erfahren da und dorten, / die belohnte sambstagnacht. – 5. Heut kanst dich ganz gschwindt bereichen, / haben kanst ein grossen gwün / einen schaz dem nichts kan gleichen / der all armuth nimet hin: / Dieser schaz durchs ganze löben / dich reich und glückseellig macht / disen kan ein seuffzer göben / an der guldnen samstagnacht. – 6. Bütte nun von ganzen Herzen / von der muetter und begehr / daß sie dich in allen schmerzen / in all angst und noth erhör: / daß sie dir nichts lost geschehen / daß sie göbe auf dich acht / daß du kanst die gnaden sehen / ihrer guldnen samstagnacht.“[30]    

Über die Entstehung der „Drei Goldenen Samstage“ erzählt eine Sage: Drei Mäher wollten an einem einzigen Tag die Ascherwiese östlich von Neukirchen mähen. An einem Samstag gingen sie zeitig in der Früh an die Arbeit. Zischend fuhren die Sensen in das Gras, Mahd um Mahd sank zu Boden. Unbarmherzig brannte die Sonne vom Himmel herab, Schweiß floss von den Körpern der Mahder, ihre Rücken begannen zu schmerzen und ihre Hände zu ermüden. Als der Abend kam, stand nur mehr ein kleiner Flecken Gras. Da rief vom Turm der Kirche die Glocke zum „Engel des Herrn“. Zwei Männer mähten unbekümmert weiter, der dritte legte die Sense zu Boden und verrichtete sein Abendgebet. Als er es beendet hatte, wollte er sich nach der Sense bücken. Da sah er im Gras etwas Goldenes blitzen. Es waren drei goldene Kronen, die so heftig funkelten und glitzerten, dass dem frommen Mäher die Augen schmerzten. Rasch verbreitete sich die Kunde von diesem Wunder in der ganzen Pfarre. Die Bewohner beschlossen, an drei aufeinanderfolgenden Samstagen alle Arbeit ruhen zu lassen. So sollen die „Drei Goldenen Samstage“ von Neukirchen entstanden sein.[31]   

Bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs hinein wurden noch drei „Goldene Samstage“ gehalten.[32] Jetzt wird nur mehr der „Letzt´ Goldene Samstag“, der letzte dieser drei Samstage, als großer Wallfahrtstag und Kirtag gefeiert.  

 

Die Pfarre

Ab 1353 scheint in verschiedenen Dokumenten wiederholt der Begriff „Neukirchener Pfarre“ auf.[33] Neukirchen war jedoch damals keine eigene Pfarre, sondern lediglich ein eigener Seelsorgebezirk, eine Filiale von Münichreith.

Die Erwähnung von „Gesellen“ bzw. „Gesellpriestern“ in den Stiftbriefen von 1357 und 1428 deutet darauf hin, dass dem Münichreither Pfarrer damals Kooperatoren – wahrscheinlich für die Filiale Neukirchen wegen der gut besuchten Wallfahrt  – zur Seite standen.

Obwohl der Münichreither Pfarrer zur Verbesserung der seelsorglichen Betreuung seiner Pfarrkinder ab 1758 einen Kaplan zur Unterstützung erhalten hatte, beklagten sich die Neukirchener und die Bewohner der umliegenden Dörfer unablässig über die weit entlegene Pfarrkirche in Münichreith bzw. über die viel zu große Entfernung des Geistlichen in Notfällen. Gegen die Absicht des Passauer Offizialats, in Neukirchen einen eigenen Geistlichen anzustellen, sprach sich 1779 der Propst des Stiftes St. Nikola aus verständlichen Gründen aus. Nach seiner Meinung reichten die Pfarreinkünfte keineswegs aus, um bei getrennten Haushalten beiden Priestern den gehörigen Unterhalt verschaffen zu können. Außerdem befürchtete das Stift St. Nikola hohe Kosten für die notwendige Errichtung einer Wohnung für den Priester in Neukirchen. Nach Besichtigung der Lage aller herumliegenden Ortschaften bezeichnete der Pfarrer von Ybbs, Franz Schmidt, in seinem Bericht an das Passauer Konsistorium die Aufstellung eines Lokalvikars bei der Filiale Neukirchen jedoch als „unumgänglich nothwendig“. Er meinte auch aus dem vorhandenen Taufstein und den Grabstätten zu ersehen, dass Neukirchen „vor Zeiten“ eine eigene Pfarre gewesen sei. Darauf wurde der Propst von St. Nikola beauftragt, eine geziemende Wohnung für einen Lokalkuraten herzustellen und einen solchen zu präsentieren. Im November 1780 präsentierte der Propst schließlich dem Konsistorium seinen seit 14 Jahren als Kaplan in Münichreith tätigen Religiosen Tobias Zendl als Lokalkuraten, der kurz darauf in Neukirchen eingesetzt wurde. [34]

Im Jänner 1781 wurde in Münichreith und in Neukirchen die Entscheidung des Konsistoriums zu Wien und des Prälaten von St. Nikola verlautbart, nach welcher der bisherige Vikar nach Neukirchen „aufgestellt“ wurde, der dann die Seelsorge sowohl der bisher in der Filiale Neukirchen wohnenden als auch der neu eingepfarrten Pfarrkinder übernehmen sollte. Der Vikar sollte der Verordnung zufolge „zu, oder derweil nache bey Neukürchen“ anwesend sein und täglich eine hl. Messe lesen. Damals wurde der Seelsorgebereich der Filiale Neukirchen um die Ortschaften Wachtberg, Prinzelndorf, Oberdörfl und Mürfelndorf, die aus der Pfarre Weiten ausgepfarrt wurden, sowie um die Orte Oberbierbaum, Reithmühle, Pleißing und Auhof, die bis dahin zur Pfarre Artstetten gehörten, erweitert. Schwarzau wäre ursprünglich ebenfalls der Filiale Neukirchen zugeteilt worden, blieb aber dann doch bei Artstetten, nachdem der Vize-Dechant und Pfarrer von St. Oswald, Franz Georg Stockher, im Auftrag des Konsistoriums mehrere Ortschaften besucht und darüber einen Bericht erstellt hatte.[35]

1784 wurde Neukirchen schließlich eine selbstständige Lokalie (Lokalkaplanei). Derartige Seelsorgestationen waren bereits mit allen pfarrlichen Rechten ausgestattet. Sie hatten jedoch eine niedrigere Einwohnerzahl und ihr Inhaber, der sogenannte Lokalkaplan, bekam ein geringeres Gehalt. Erst 1891 wurde die Lokalie Neukirchen zur „wirklichen Pfarre erhoben und dem jeweiligen Pfründenbesitzer und Seelsorger der Titel Pfarrer zuerkannt“.[36] 

Heute gehören zur Pfarre neben Neukirchen die Orte Arndorf, Auhof, Brennhof, Bruck, Gottsberg, Grub/N., Gsteinert, Haag, Hinterfeld, Höfleshof, Landstetten, Mürfelndorf, Neue Welt, Oberbierbaum, Oberdörfl, Oberhohenau, Pleißing, Prinzelndorf, Reithmühle, Riedersdorf, Riegelfeuer, Rudelhäuser, Stockhof, Troising, Unterhohenau, Wachtberg, Zöbring, ein Haus von Weißpyhra und ein Haus von Kehrbach. 626 Katholiken haben hier ihren Hauptwohnsitz.[37]


Kirchenbau und Ausstattung

Über das Baualter der Kirche gibt es in der Literatur verschiedene, zum Teil widersprüchliche Angaben. Die dabei manchmal angeführten Jahreszahlen  dürften von anderen Ereignissen abgeleitet bzw. willkürlich angenommen worden sein; ein Zusammenhang dieser Jahreszahlen mit dem Kirchenbau ist nicht belegbar.[38]

Nach typischen Merkmalen der vorhandenen Bauteile, der Malereien und vor allem nach den neuen Erkenntnissen, welche durch umfangreiche bauhistorische Untersuchungen im Zusammenhang mit der Kirchenrenovierung 2010 gewonnen wurden [39], kann auf folgende Bau- bzw. Umbauphasen der Kirche geschlossen werden:

Abb 3: Zug der Heiligen Drei Könige (um 1370)
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall)

Der ursprüngliche Kirchenbau war eine romanische Saalkirche, deren Langhaus die Fläche der heutigen Mittelschiffe einnahm und eine Raumhöhe von ca. 5,3 m hatte. Reste des Urkerns der Kirche (vermutlich 13. Jahrhundert) werden in den dicken Mauern der Mittelschiffe und im unteren Teil des Turms, dessen Mauer zugleich einen Teil der westlichen Langhausmauer bildet, vermutet.[40]

Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die romanische Apsis abgetragen und ein etwas einspringender, einjochiger Chor mit 5/8-Schluss und drei mit Maßwerken versehenen Spitzbogenfenstern errichtet. Das Kreuzrippengewölbe mit steinernen Rippen ist mit zwei schönen Rosettenschlusssteinen geschmückt. Das vierte, südliche Chorfenster wurde erst später (vermutlich im 15. Jahrhundert) errichtet.

Im rechten Chorschrägenfenster befinden sich zwei spätgotische figurale Glasscheiben: „Flucht nach Ägypten“ und „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ (um 1370). Die Glastafel mit der Darstellung des Ritters Wolfgang Erndorfer (um 1480) im linken Fenster kam – wie bereits oben erwähnt - erst später an diese Stelle.[41]

Abb 4: Christus und die zwölf Apostel (um 1370)
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Die auf beiden Seiten der Chorwände befindlichen bemerkenswerten gotischen Fresken stammen aus dem 3. Viertel des 14. Jahrhunderts.[42] Der „Zug der Heiligen Drei Könige“ (5,5 m x 2,0 m) an der nördlichen Wand ist durch zwei Könige zu Pferd (mit Myrrhenzweig und Weihrauchkelch) und ein drittes Pferd vor einer Hügellandschaft mit Burgen dargestellt. Könige und Knappen tragen die Tracht der Entstehungszeit der Malerei. Interessante Details sind zwei zum Gefolge der Könige gehörende Knappen, von denen einer einen Brotwecken (?) in der Hand hält und der andere aus einer Feldflasche trinkt, der in einem Wolkenband darüber erscheinende und auf den Stern weisende Engel sowie der Posaune blasende Herold in der Burg am linken Bildrand. Die Anbetungsszene auf der rechten Seite des Bildes ist nur mehr teilweise erhalten. Hinter dem dritten, bereits knienden König ist ein Knappe zu erkennen, der die Krone des Königs trägt und zum Gruß seine in Form eines Judenhutes gestaltete Kopfbedeckung lüftet, rechts davon sind noch Teile der Figur des hl. Josef und ein Fragment eines mit Zinnen bekrönten Throns zu erkennen. Die auf dem Thron sitzende Gottesmutter Maria mit dem Kind ging vermutlich durch den späteren Einbau einer Empore bzw. eines Zugangs zu dieser verloren.[43] Während der untere Rand nur von einem einfachen Streifen gebildet wird, ist das Bild nach oben hin von einem noch innerhalb des Bildes verlaufenden Zackenfries und einem darüberliegende Fries mit palmettenartigen Blättern abgeschlossen. Über dem Zug der Könige befindet sich in einem Tondo (Rundbild) die Darstellung einer knienden Stifterfigur, daneben in einer Dreipassarkade ein Bild der hl. Katharina mit dem Rad als Attribut und darüber eine ungerahmte Kreuzigungsdarstellung mit Maria und Johannes. Die Figur des Stifters mit unbedecktem Haupt ist durch einen roten Lentner (gepanzerte Schutzweste) als Ritter gekennzeichnet. Hinter dem Stifter sind Reste eines Wappens erhalten: eine rote, dreieckige Fläche und ein Ring am unteren Ende dieser Fläche. Es dürfte sich dabei um das Wappen der Fritzelsdorfer handeln, welches in einem schräg geteilten Schild in den Farben Rot und Silber in der Mitte einen goldenen Ring hatte.[44] Die Wandgemälde könnten demnach von dem im Stiftbrief 1357 genannten Konrad Fritzelsdorfer oder einem anderen Mitglied dieser Familie gestiftet worden sein. Das Bild „Christus und die zwölf Apostel“ (5,5 m x 1,7 bzw. 1,9 m) befindet sich an der südlichen Chorwand. In der Mitte des Bildes steht Christus, mit einem Buch in der Hand, seine Rechte segnend erhoben. Seine Füße überschneiden unten den Rahmen, oben wird seine größere Gestalt – und damit seine Bedeutung - durch eine Rahmenstufe besonders hervorgehoben. Unmittelbar neben Christus sind die besonders geehrten Apostelfürsten Petrus und Paulus dargestellt, anschließend je fünf weitere Apostel. Die Apostel haben ihren Blick zu Christus hin gerichtet. Die meisten sind mit Büchern, einige auch mit typischen Attributen ausgestattet: Johannes (als bartloser Jüngling; 1. von links), Jakobus d. Ä. (mit Pilgermuschel und –hut; 2. v. l.), Petrus (mit Schlüssel; 6. v. l.), Paulus (mit Schwert; 6. von rechts) und Bartholomäus (mit Messer; 2. v. r.). Ihre Nimben sind unterschiedlich gestaltet und in verschiedenen Farben ausgemalt.[45] Bemerkenswert ist, dass Paulus hier zu den zwölf Aposteln gezählt wird, obwohl er nicht dem „Zwölferkreis“ angehörte. Dafür ließ man auf der Darstellung Judas Iskarioth bzw. den von den Jüngern als zwölften Apostel gewählten Matthias weg, um die auf die zwölf Stämme Israels bezogene Zahl nicht zu überschreiten.

Bei einer Untersuchung der Wände 2009/10 kamen an der Ostwand und an der Südwand des Chors weitere Reste von vermutlich zeitgleich entstandenen Malereien zum Vorschein, die jedoch nicht freigelegt wurden. Zwei gemalte Weihekreuze unterhalb des Apostelbildes und zwei weitere an der Ostwand des Chors entstammen wahrscheinlich ebenfalls noch dem 14. Jahrhundert.

An der ehemaligen nördlichen Außenwand des Chors wurde um die Mitte des 14. Jahrhunderts eine große Darstellung des hl. Christophorus angebracht, die allerdings durch den späteren Zubau der nördlichen Kapelle zerstört bzw. verdeckt wurde. Hände und Teile des Kopfes des Christophorus mit Nimbus, der obere Teil des Stabes und der rechte Teil des Christuskindes sind noch erhalten und vom Dachboden aus sichtbar. Unterhalb dieses Bildes befand sich ein „Spion“, ein querformatiges Schlitzfenster, das den Blick von außen in den Altarraum bzw. zum Hochaltar ermöglichte.  

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde das Langhaus, das nun bedeutend niedriger war als das Dach des Chors, um mehr als zwei Meter erhöht und wieder mit einer Flachdecke versehen. Die Belichtung des Raumes erfolgte durch je zwei auf beiden Seiten des Langhauses, knapp unter der Traufe angebrachte Rundfenster mit Maßwerk, die noch im Dachboden erkennbar sind. Die Erhöhung des Langhauses erforderte auch eine Erhöhung des Turms, an dem in den unteren drei Geschoßen schmale Schlitzfenster sichtbar sind, die noch aus der ersten Bauphase stammen dürften, während das oberste (6.) Geschoß bereits spätgotische kleeblattbogige Fenster (15. Jh.) zeigt. Die Fenster des 4. Geschoßes, welches etwa auf der Höhe des Dachfirsts des heutigen Satteldaches der Kirche liegt, sind vermauert. Es dürfte sich hier um die Schallöffnungen der früheren Glockenstube gehandelt haben. Südlich des Chors wurde eine Sakristei mit Kreuzgratgewölbe angebaut, die von einem kleinen spitzbogigen Maßwerkfenster und einem Rechteckfenster belichtet wird. Sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite des Langhauses gab es mit Ziegeln gedeckte, hölzerne Vorbauten bzw. Vordächer, die direkt unter den Rundfenstern ansetzten und das bereits erwähnte Christophorusbild sowie eventuell weitere Wandmalereien (?) und wahrscheinlich auch die Pilger vor Witterungseinflüssen schützen sollten.[46]

Abb 5: Christophorus-Fragment (Mitte 14 Jh.)
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Abb 6: Vermauertes Rundfenster
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Abb 5: Turm
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Um 1400 bzw. Anfang des 15. Jahrhunderts ließen die Arndorfer in der Kirche eine Familiengruft und im Anschluss an die Sakristei eine kreuzrippengewölbte Kapelle mit  Steinrippen, scheibenförmigem Schlussstein und einem Maßwerkfenster errichten. Damals wurde das vordere rechte Rundfenster geschlossen. Wie die Untersuchungsergebnisse anlässlich der letzten Kirchenrestaurierung bezeugen, war auch diese Kapelle malerisch ausgestaltet (Rankenwerk und flächige Malereien, 15./16. Jh.).[47] Hier dürfte sich der im Stiftbrief von 1428 genannte Karner-Altar befunden haben.[48] 1469 wurde die Kapelle bereits St.-Bernhardin-Kapelle genannt, für welche Wolfgang Erndorfer, dessen Grabstein[49] neben der Kanzel an der Mauer angebracht ist, eine wöchentliche Messe stiftete. Die Gruft befindet sich auf der rechten Seite des Hauptschiffs. Vom Eingang unter den vorderen Bänken führen zehn, ca. 1 m breite  Stufen in die Tiefe. Der Abgang verläuft nicht parallel zur Kirchenachse, sondern etwas schräg nach vorne, zum Hochaltar hin ausgerichtet. Nach der letzten Stufe erweitert sich die Gruft nach links zur Kirchenmitte hin. Der 3,35 m lange, 2,40 m breite und 1,90 m hohe Raum hat ein Tonnengewölbe und ist mit roten Ziegeln gepflastert. An der Südseite der Gruft befindet sich eine fensterförmige Öffnung, die im Erdreich endet. In der Gruft stehen sechs Holzsärge, je zwei übereinander, und ein Kindersarg in einem der großen Särge. Die Särge haben viereckige oder fünfeckige Kopfbretter und enthielten 1962 neben den Knochen noch Bekleidungsreste und Reste von Lederschuhen. Damals wurde die Gruft mit einer Betondecke verschlossen und der ehemalige Einstieg im Beton kenntlich gemacht.[50]    

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde an der nördlichen Seite des Chors eine weitere kreuzgratgewölbte Kapelle mit einem kleinen spitzbogigen Maßwerkfenster an der Ostseite  angebaut, welche später als „Monica-Kapelle“ bezeichnet wurde.[51]

Abb 8: Spätgotischer Altarschrein (um 1500) und Predella (um 1510/20)
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

In dieser Kapelle befindet sich heute der bereits erwähnte, wahrscheinlich von Wolfgang Erndorfer um 1500 gestiftete spätgotische Altarschrein auf einer ursprünglich nicht dazugehörigen Predella. Im Schrein mit Stabrahmung und (erneuertem) Schleierbrett steht eine Statue des hl. Wolfgang (Namenspatron des Stifters), der möglicherweise die Gesichtszüge des Stifters trägt, flankiert von Statuen des hl. Johannes Ev. und des hl. Florian in gotischer Darstellung in ritterlicher Rüstung. Auf den Seitenteilen der etwas später entstandenen, bemalten Predella (um 1510/20) ist die Stifterfamilie eines weiteren Altars dargestellt: Hanns Schauchinger (+1522) mit drei Söhnen und seinem Wappen (links) und seine Frau Barbara (+1521)[52] mit zehn Töchtern und dem Galer-Wappen (rechts). Auf den beiden Tabernakeltüren sind die hll. Johannes Ev., Jakobus d. Ä. und Simon (Säge als Attribut?) dargestellt. Seitlich des Schreins stehen gotische Statuetten der hll. Petrus und Christophorus.[53]

Abb 9: Chor
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann eine große bauliche Umgestaltung der Kirche, die vermutlich bis in die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts dauerte. Damals wurden anstelle der mit Pultdächern geschützten Außenbereiche die Seitenschiffe errichtet und die dicken Mauern des ursprünglichen Langhauses durch Spitzbogenarkaden geöffnet. Das südliche Seitenschiff mit einem Maßwerkfenster und einem Spitzbogenportal wurde durch einen spitzen Gurtbogen mit der bereits bestehenden St.-Bernhardin-Kapelle verbunden, wodurch diese zum ersten Joch des südlichen Seitenschiffs wurde. Das nördliche Seitenschiff weist ein Spitzbogenfenster ohne Maßwerk und ein Schulterbogenportal auf. Es ist durch einen Spitzbogen mit der nördlichen Kapelle verbunden, welche nach Norden hin ebenfalls ein maßwerkloses Fenster hat. Die Rundfenster wurden damals vermauert, die Kirche blieb vorerst weiterhin flach gedeckt. Schließlich wurden die Seitenschiffe mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Das früher einschiffige, flachgedeckte Langhaus wurde durch zwei schlanke achtseitige Pfeiler in zwei Schiffe geteilt, aus denen fächerförmig ein Netzrippengewölbe aufsteigt und sich entfaltet. Sowohl die Seitenschiff- als auch die Mittelschiffgewölbe werden in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert. Ihre Rippen bestehen (mit Ausnahme des früher errichteten ersten Jochs des südlichen Seitenschiffs) aus gebranntem Ton („Ziegelrippen“), ihre Konsolen, Anwölber und Scheitelpunkte sind jedoch aus Stein gefertigt. Gleichzeitig mit dem Gewölbe baute man im westlichen Joch über vier niedrigen Spitzbogenarkaden eine Empore und Aufgänge in den Seitenschiffen ein. Die Rippen des Kreuzrippengewölbes unter der Empore sind aus Stein, in den Seitenschiffen wurden Ziegelrippen verwendet. Unter der Empore führt ein Spitzbogenportal, das jedoch zum Teil vom Wandpfeiler der Empore verdeckt ist, in das tonnengewölbte Erdgeschoß des Turms. Auch die an ein Querhaus erinnernden Aufbauten über den westlichen Jochen der Seitenschiffe, mit je einem Maßwerkfenster, sind in dieser Bauphase entstanden.[54] Aus dieser Umbauphase stammen außerdem das Südfenster des Chors und die in die nördliche Chorwand eingefügte spätgotische, rechteckige Sakramentsnische mit einem Dreißpassfries, deren bekrönendes Blendmaßwerk leider nicht mehr erhalten ist. Auf der einstigen Tür der Sakramentsnische, einer auf beiden Seiten bemalten Holztafel, sind die hl. Maria Magdalena und die hl. Balbina dargestellt (Anfang 16. Jh.).[55] Rechts neben der Sakramentsnische sind die Reste eines Engels erhalten, mit weit ausladenden Flügeln und einer gedrehten Kerze in der Hand, der zur malerischen Umrahmung der Sakramentsnische gehörte (um 1500).[56]

Abb 10: Hl. Maria Magdalena , Sakramentnischentür (Anfang 16 Jh.)
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Aus der Zeit um 1520 stammen die Secco-Malereien an der Empore und in den Gewölbekappen des Emporenpfeilers. Ursprünglich war die Emporenwand vollflächig malerisch gestaltet. Heute sind nur mehr die schwungvollen Fiederranken über den beiden Emporenarkadenbögen erhalten. Ein Figurenfries an der gemauerten Brüstung ging verloren, als man diese später durch eine Holzbrüstung ersetzte.[57] Ein an den Emporenpfeiler anschließendes Gewölbesegel ist ebenfalls mit Fiederranken geschmückt, in zwei weiteren finden sich Szenen aus dem Leben des Johannes. Bei der „Taufe Jesu“ steht Jesus im Lendenschurz, mit gefalteten Händen, im Wasser des Jordan. Links davon ist Johannes mit einem großen Taufkrug dargestellt, rechts hinter Jesus ist ein Engel zu sehen. Bei der „Enthauptung des Johannes des Täufers“ übergibt der Henker das soeben abgeschlagene Haupt des Johannes an Salome, die ihm eine Schüssel entgegenhält. Im Hintergrund sind eine weitere weibliche Person (Herodias) und eine Landschaft mit Stadtmauer zu erkennen.[58] Ebenfalls dem 16. Jahrhundert dürften die beiden noch erhaltenen Weihekreuze in der südöstlichen Ecke des rechten Seitenschiffs angehören.

Abb 11: Malereien am Emporenpfeiler (um 1520)
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte eine teilweise Barockisierung der Kircheneinrichtung: Der viersäulige Hochaltar aus marmoriertem Holz (um 1660) birgt in einer rundbogigen Mittelnische die gotische Gnadenstatue der Muttergottes, umgeben von zwei schwebenden Engeln und zwölf Sternen. Über dem Gebälk sitzen auf dem Sprenggiebel weitere Engel. Im Auszug, welcher das Retabelmotiv wiederholt, befindet sich ein Bild der Hl. Dreifaltigkeit, darüber ein Kreuz. Über den Opfergangstüren stehen Statuen des hl. Augustinus (links) und  des hl. Nikolaus, neben der Mensa je eine Leuchterengelfigur.[59] Der klassizistische Tabernakel (um 1800) ist zierlich vergoldet, das Antependium ist reich verziert und trägt ein Marienmonogramm.

Der linke Seitenaltar („Sebastiani-Altar“, um 1680) besteht aus einer gemauerten Mensa und einer zweisäuligen Retabel aus marmoriertem Holz. Das Hauptbild zeigt den hl. Sebastian, im Auszug befindet sich ein Maria-Hilf-Bild. Die beiden seitlich aufgestellten Statuetten - hl. Florian (links) und hl. Josef – wurden 1862 angeschafft, die Herz-Jesu-Statue wurde 1910 aufgestellt.[60]

Die Kanzel (um 1680) hat einen polygonalen Korb mit gedrehten Säulen und Statuetten der  Evangelisten Matthäus (mit Buch und Schreibfeder), Markus (mit Buch und Löwenkopf), Lukas (mit Buch und Stierkopf) und Johannes (mit Buch, als bartloser Jüngling) in rechteckigen  Nischen; die fünfte Nische ist leer. Das spätbarocke Taufbecken (18. Jh.) aus marmoriertem Holz hat eine runde Schale auf einem quadratischen Schaft. Die Figurengruppe „Taufe Jesu“ auf dem Deckel stammt aus Tirol und wurde 1862 erworben.[61] Das barocke Kommuniongitter aus marmoriertem Holz befindet sich nicht mehr in der Kirche.

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Dachstuhl der Kirche erneuert.[62] Der Luster mit geschliffenen Glasperlen stammt aus der Zeit um 1800; er wurde wahrscheinlich aus Gutenbrunner Glas gefertigt.

Der rechte Seitenaltar („Antoni-Altar“) entspricht in seinem Aufbau dem linken, barocken Seitenaltar. Er wurde jedoch erst 1862 neu hergestellt. Auf dem Hauptbild ist der hl. Antonius der Einsiedler dargestellt, das Bild im Auszug zeigt den hl. Johannes Nepomuk. Die Tischlerarbeit machte der Prinzelndorfer Zimmermann Josef Timpl, vergoldet und marmoriert wurde der Altar von Ferdinand Andri aus Marbach. Die beiden Bilder verfertigte der akademische Maler Josef Netauschek aus Wien. Die Herz-Mariä-Statue wurde 1910 aufgestellt.[63]

Die Orgel wurde 1910 vom Orgelbaumeister Leopold Breinbauer aus Ottensheim gebaut. Die ornamentalen Glasfenster stammen aus dem Jahr 1932.[64] Die Kreuzwegbilder wurden  von der Pfarrkirche Waldkirchen erworben, restauriert, neu gerahmt und 1971 in der Kirche angebracht.[65]

Die Vorhalle beim Eingang an der Nordfassade wurde im 19. Jahrhundert angebaut. Sie hat ein Satteldach und birgt in einer dreieckigen Nische im Giebel eine spätbarocke Darstellung der „Schmerzhaften Muttergottes von Maria Taferl“ (18. Jh.). Der gemauerte Vorbau beim Südportal und der Anbau für die Ölheizung östlich der Sakristei stammen aus dem 20. Jahrhundert.

 

Benefiziaten, Lokalkapläne und Pfarrer von Neukirchen

Wolfgang Mertenperger, Benefiziat (begraben in Neukirchen) [66] +1519

Jörg Hausleuter, Benefiziat [67] vor 1544

Wolfgang Krafft, Benefiziat [68] um 1544

Tobias Zendl CanReg, Lokalkurat 1781-1792

(* 15. Juli 1742 in Passau, Profess 8. September 1762, Priesterweihe 21. September 1765, ca. 1766 bis 1780 Kooperator in Münichreith, 1781-1792 Lokalkurat in Neukirchen, + 15. Februar 1793 in Pöchlarn) [69]

Bertrand Beck CanReg, Lokalkaplan 1793-1803

(* 25. September 1764 in Passau, Profess 10. August 1788, Priesterweihe 19. September 1789, 1793/94 Provisor und 1794-1803 Lokalkaplan in Neukirchen, Pfarrer in Puchenstuben ab 1804, in St. Christophen ab 1811, in Böheimkirchen ab 1830, wo der „Exchorherr“ Joseph Bertrand Beck am 28. Juni 1836 verstarb und auch begraben liegt; seine Grabtafel ist an der dortigen Friedhofsmauer erhalten) [70]

P. Karl Lettenmayr OSB, Lokalkaplan 1804-1812         

(* 28. Oktober 1748 in Krems, Profess 19. September 1773, Priesterweihe 19. September 1778,  Benefiziat und Kooperator in Aggsbach 1784-1804, Exbenediktiner aus dem 1803 aufgehobenen Kloster Niederaltaich, 1804-1812 Lokalkaplan in Neukirchen, + 20. April 1812 in Neukirchen, wo er auch begraben wurde) [71]

Lettenmayr erstellte 1804 ein umfangreiches Inventarium über die beim „Gotteshaus unser lieben Frau zu Neukirchen“ vorhandenen Gerätschaften und 1807 ein Inventar über  Gebäude, Untertanen, Zehente und eigene Gründe.[72] 

Jakob Beglowetz, Lokalkaplan 1812-1816     

(* 1772 in Wittingau/Böhmen, Priesterweihe 1808, Weltpriester, bis 1812 Kooperator zu Stainz im Mürztal, 1812-1816 Lokalkaplan in Neukirchen, 1816-1822 Lokalkaplan in Neupölla, 1822-1832 Pfarrer in Münichreith, 1832-1856 Benefiziat in Waidhofen an der Ybbs, + 1. Jänner 1856 in Waidhofen an der Ybbs) [73]

Jakob Beglowetz kam im Oktober 1812 als Lokalkaplan nach Neukirchen und wirkte hier bis August 1816. Bis zur Neubesetzung von Neukirchen war der Münichreither Pfarrer Wilhelm Beglowetz als Provisor tätig. Jakob Beglowetz war später als Pfarrer von Münichreith zusätzlich als Provisor wieder für die seelsorgliche Betreuung von Neukirchen zuständig (Dezember 1823 bis Anfang April 1824). Jakob Beglowetz vermachte dem Neukirchener Schulfonds ein Fünftel-Los zur Verbesserung des Gehalts des jeweiligen Schullehrers.[74]

Sebastian Hiebl, Lokalkaplan 1816-1823

(* 1779 in Kalham/OÖ., Priesterweihe 20. September 1807 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Maria Laach, Emmersdorf, Eggenburg, St. Christophen und Spitz, 1816-1823 Lokalkaplan in Neukirchen, 1823-1835 Lokalkaplan in Rust, + 27. November 1835 in Rust im

Alter von 57 Jahren; er und seine Haushälterin waren Opfer eines Raubmords) [75]

Karl Wagner, Lokalkaplan 1824-1840

(* 1793 in Brünn, Priesterweihe 31. August 1817 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Waidhofen/Thaya und Döllersheim, 1824-1840 Lokalkaplan in Neukirchen, 1840-1867 Pfarrer in Schwarzenbach an der Pielach, + 21. April 1867) [76]

Wagner tat in  Neukirchen viel für Paramente, Wäsche, Fahnen und Bilder und ließ 1835 die Orgel restaurieren. Außerdem ist unter ihm auch das Schulhaus „gebaut worden“.[77]

Anton Gundinger, Lokalprovisor [78] 1840

Jakob Gaugosch, Lokalkaplan 1840-1850

(* 13. Februar 1804 in Allentsteig, Priesterweihe 26. Juli 1831 in St. Pölten, Weltpriester,  Kooperator in Martinsberg, 1834 kurz in Großgerungs, dann wieder in Martinsberg, 1840-1850 Lokalkaplan in Neukirchen, 1850-1878 Pfarrer in Münichreith, + 5. November 1878 in

Münichreith; seine Grabtafel befindet sich an der Außenmauer der dortigen Pfarrkirche) [79]

Ferdinand Zwickhl, Lokalprovisor [80] 1850

Eugenius Pinhack, Lokalkaplan 1850-1857         

(* 1817 in Waidhofen/Ybbs, Priesterweihe 21. November 1840 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Pottenbrunn und St. Leonhard am Forst, 1850-1857 Lokalkaplan in Neukirchen, + 3. November 1857 in Neukirchen, wo er auch begraben wurde) [81]

Ein von Pinhack angelegtes Inventar gibt Zeugnis von Anschaffungen und Renovierungen während seiner Tätigkeit: Ziborium, neue Bänke, neue Kreuzwegbilder, neue Kirchenuhr, Turm- und Kirchendachrenovierung, Renovierung von Monstranz und Kelch, neue Krippe, neue Kirchenfahnen, Orgelreparatur, neues Pluviale und Velum, neuer Traghimmel.[82]

Josef Nemec, Lokalprovisor 1857-1860

(*16. März 1822 in Brzeznitz/Böhmen, Priesterweihe 28. Juli 1846 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Gmünd, 1851-1857 Kooperator und Beichtvater in Maria Taferl, 1857-1860 Provisor in Neukirchen, Kooperator in Litschau, St. Valentin, St. Pantaleon, Stephanshart, Zeillern, Traismauer und Hollenburg, ab 1865 Pfarrer in Oberndorf an der Melk, + 1903) [83]  

Joseph Buchmann, Lokalkaplan 1860-1862

(* 1807 in Neurothwasser/Schlesien, Priesterweihe 1835, Weltpriester, Erzieher und Kooperator in St. Peter in der Au, Kooperator in Pöggstall, 1860-1862 Lokalkaplan in Neukirchen, + 21. Mai 1862 in Neukirchen, wo er auch begraben wurde) [84]

Buchmann ließ den Hochaltar, das Presbyterium, die Kanzel und den Sebastiani-Altar renovieren, wofür die Pfarrgemeinde in einer Sammlung 510 Gulden aufbrachte. [85]

Josef Bauer, Lokalprovisor [86] 1862

Augustin Grawatsch, Lokalkaplan 1862-1865

(* 1829 in Schwarzenau, Priesterweihe 31. Juli 1853 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Großau und Weiten, Provisor in Pöbring und Laimbach, Kooperator zu St. Andrä vor dem Hagenthale, 1862-1865 Lokalkaplan in Neukirchen, am 21. September 1862 von Dechant Heinrich Klomillner aus Maria Taferl installiert, + 27. März 1865 in Neukirchen) [87]

Grawatsch setzte die von seinen Vorgängern begonnenen Renovierungsarbeiten in der Kirche fort. Er ließ u. a. im rechten Seitenschiff den „Antoni-Altar“ aufstellen, das Speisgitter und den Taufstein marmorieren, auf dem Taufstein die Figurengruppe „Taufe Christi“ und auf dem „Sebastiani-Altar“ die neuen Statuen des hl. Florian und des hl. Josef aufstellen. Aus dem Nachlass des 1857 verstorbenen Lokalkaplans Pinhack, der kein Testament hinterlassen hatte, wurde 1864 von der Glockengießerei Hilzer in Wiener Neustadt eine neue Glocke um 314 Gulden gekauft. Die am 16. März 1864 in Wiener Neustadt vom infulierten Propst und k.k. Hofkaplan Dr. Franz Hafel auf den Namen „Florian“ geweiht und schließlich am 23. März feierlich aufgezogen und anschließend zusammen mit ihren zwei anderen Schwestern geläutet. An der Glocke waren die Namen Eduard (Edler von Remiz, Patronatsherr), Eugen (Pinhack, ehemaliger Lokalkaplan) und Augustin (Grawatsch, Lokalkaplan) angebracht.[88]

Der Text auf seiner Grabtafel, die an der Südseite der Neukirchener Kirche erhalten ist, lautet: „Hier ruhet / der hochwürdige Herr / Augustin Grawatsch / Pfarrer allhier / gestorben den 27. März 1865 / im 36. Jahr seines Alters. / Gott gieb (sic!) ihm deinen Frieden.“

Franz Ferstl, Lokalprovisor [89] 1865

Anton Raith, Lokalkaplan 1865-1873

(* 24. April 1835 in Nondorf, Pfarre Gars, Priesterweihe 13. November 1859 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Waldkirchen und Langenlois, 7. August 1865 bis 24. März 1873 Lokalkaplan in Neukirchen, 1873 Pfarrer in Säusenstein, 1874-1886 Pfarrer in Randegg, ab 1886 Pfarrer in Neuhofen an der Ybbs, + 28. September 1913) [90]

Auf seine Eingabe hin entschied das Bischöfliche Konsistorium 1867 über eine beständige, zwischen dem Pfarrer von Münichreith und dem Lokalkaplan von Neukirchen bestehende „Differenz“ und ordnete an, dass die 77 alten Stiftmessen, die bisher in Neukirchen gelesen wurden, nunmehr der Pfarrer von Münichreith zu persolvieren habe, da dieser auch das Pfründeneinkommen aus den Stiftungsgütern genieße.[91]

Josef Sprinzl, Lokalkaplan 1873-1879

(* 20. Februar 1842 in Zlabings/Südmähren, Priesterweihe 25. Juli 1866 in St. Pölten, Kooperator in Waidhofen/Thaya, Langenlois und Emmersdorf, Aushilfspriester in Bischofstetten, Kooperator in Neulengbach, Böheimkirchen, Wieselburg und Säusenstein, 1873-1879 Lokalkaplan in Neukirchen, 1879-1911 Pfarrer in Münichreith/O., 1911-1922 Pfarrer in Heiligeneich, + 9. Februar 1922 in Heiligeneich, wo er auch begraben wurde) [92]

Sprinzl war zunächst Lokalprovisor in Neukirchen und wurde bald darauf Lokalkaplan. Unter

ihm wurden bedeutende Renovierungen im Pfarrhof durchgeführt und der Pfarrgarten vergrößert. Auch in der Kirche ließ er Renovierungsarbeiten durchführen und schaffte u. a. einen neuen Kelch mit drei Emailbildern sowie mehrere neue Messkleider an. Am 11. März 1879 kam Sprinzl als Pfarrer nach Münichreith.[93]

Franz Veigl, Lokalprovisor [94] 1879

Friedrich Heher, Lokalkaplan 1879-1888

(* 6. Oktober 1848 in Baumgarten, Pfarre Grafendorf, Priesterweihe 27. Juli 1873 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Weiten, Haidershofen und St. Leonhard am Forst, 1879-1888 Lokalkaplan in Neukirchen, 1888-1908 Pfarrer in St. Oswald, 1908-1924 Messeleser in Haselbach, Bez. Braunau OÖ, + 19. Oktober 1924) [95]                                                                                                                                                                                                            

Heher wurde am 26. Juni 1879 von Dechant Anton Zwölfer aus Emmersdorf installiert. Er ließ verschiedene Reparaturen und Veränderungen in Kirche und Pfarrhof vornehmen, von denen folgende besonders erwähnenswert erscheinen: vollständige Reparatur der Orgel durch Orgelbauer Zachistal aus Krems (1879), feierliche Aufstellung und Einweihung von zwei gespendeten Bildern (Einführung des Gebetsapostolats „zu Ehren der allerheiligsten Herzen Jesu und Mariae“), Reinigung der mit Erde und Schutt verschütteten Gruft und Ordnung der umherliegenden Särge (1880), Aufstellung des zerbrochenen und aus der Gruft gehobenen Schauchinger-Grabsteins in der Kirche (1881), Einleitung des Wassers von der neu errichteten Wasserleitung in den Pfarrhof (1884), Anschaffung der Statue „Unsere Liebe Frau von Lourdes“ und einer neuen gotischen Monstranz, die mit silbernen Statuen der hll. Maria, Petrus und Paulus geschmückt ist (1886). Ein Wohltäter spendete 1882 eine neue Statue des im Grab liegenden Heilandes. Vorher verwendete man für das „Heilige Grab“ eine auf einem Brett gemalte Darstellung Jesu. 1886 wurde eines Nachts in die Kirche eingebrochen und der Opferstock seines Inhalts beraubt, im Jahr darauf versuchten Einbrecher während eines Gottesdienstes in den Pfarrhof einzudringen. Anfang Juni 1888 ging Heher als Pfarrer nach St. Oswald.[96]

Josef Skornia, Lokalprovisor [97] 1888

Johann Schock, Pfarrer 1888-1896

(* 27. Dezember 1845 in Hoheneich, Sohn einer Bauernfamilie, Priesterweihe 28. Juli 1872 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Großpertholz, Weitersfeld, Hürm und St. Christophen, 1878-1884 Lokalkaplan in Mendling, 1884-1888 Pfarrer von Altmelon, 1888-1896 Lokalkaplan bzw. Pfarrer von Neukirchen, 1896–1910 Pfarrer von Nöchling, 1911-1919

Benefiziat in Zwettl, + 1. Juli 1919) [98]

Unter Schock wurde 1891 die ehemalige Lokalie Neukirchen zur „wirklichen Pfarre“ erhoben und dem jeweiligen Pfründenbesitzer und Seelsorger der Titel Pfarrer zuerkannt.[99]

Anton Linauer, Provisor [100] 1896

Leopold Jany, Pfarrer 1896-1908
(* 23. Juni 1862 in Krumau in Böhmen als Sohn armer, aber frommer Schneiderleute, Priesterweihe 8. Juli 1888 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Langschlag und Arbesbach, 1891-1896 Benefiziat in Rosenau, 1896-1908 Pfarrer von Neukirchen, + 1. April 1908 in Neukirchen,  wo er auch begraben wurde) [101]

Anlässlich der Firmung und Generalvisitation durch Bischof Dr. Johannes Rößler im Jahr 1902 kaufte Jany verschiedene Paramente an und ließ das Kircheninnere vom Malermeister Ernsthofer aus Haag färbeln. Als Pfarrer Jany 1904 schwer erkrankte, wurde ihm P. Dyonisius Lambertz, Carmeliter von Maria Taferl, als Aushilfe zugeteilt.

Von seinem ersparten Vermögen vermachte Jany der Pfarrkirche 1000 Kronen zur

Anschaffung einer neuen Orgel, 400 Kronen bekam die Feuerwehr, 400 Kronen waren für hl. Messen bestimmt, 50 Kronen für die Armen, den Rest erhielt das Bischöfliche Seminar in Melk.[102]

Sein Grab befindet sich der Südseite der Kirche. Der Text auf der Tafel lautet: „Hier ruhet in Gott / und erwartet eine fröhliche Auferstehung / der hochw. Herr / Leopold Jany / der 12 Jahre allhier als Pfarrer / gewirkt hat und am 1. April 1908 / in seinem 46. Lebensjahre vom / Herrn aus dieser Welt abberufen wurde. / Die viele in der Gerechtigkeit unterrichten / werden glänzen wie die Sternen (sic!) in ewige Zeiten. / Daniel 12,3“.

Ferdinand Kroißmayr, Pfarrer 1908-1911

(* 9. Februar 1877 in Edt, Pfarre Ernsthofen, Sohn einer Bauernfamilie, Priesterweihe 29. Juli 1900 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Groß Pertholz, Gastern, Arbesbach und Brand, 1908-1911 Pfarrer in Neukirchen, 1911-1932 Pfarrer in Münichreith, + 29. November 1932 in Münichreith, wo sich seine Grabtafel an der Außenseite der Pfarrkirche befindet) [103]

Ferdinand Kroißmayr wurde am 11. August 1908 durch Dechant Anton Dobner von Dobenau aus Maria Taferl als Pfarrer von Neukirchen installiert. Während seiner Amtszeit wurden eine gründliche Reparatur des Kirchendachs durchgeführt, der Friedhof geordnet und die Grabnummerierung eingeführt. Ein gemauertes Friedhofstor vor dem Pfarrhof, das letzte Überbleibsel der alten Friedhofsmauer, wurde abgebrochen. Dadurch gewann der Kirchenplatz und das Kirchenportal kam besser zur Geltung. Außerdem riss man die alte Friedhofsmauer ab, welche die Schule und den Pfarrhof verband und nur durch eine kleine Tür den Zugang zur Schule ermöglichte, setzte die Pfarrhofscheune zurück und schuf so eine Zufahrtsstraße zur Schule (1908). Die Außenseite der Kirche wurde geputzt, besonders die Fenster und Strebepfeiler des Presbyteriums. Die beiden alten Priestergrabsteine, die früher im Fußboden des Mittelschiffes lagen, mauerte man in die Wände der Seitenkapelle ein. Den Keller unter der Sakristei, der einst wahrscheinlich als Karner oder Ossarium gedient hatte, ließ der Pfarrer zumauern, um dem unwürdigen Zustand abzuhelfen, dass der Mesner dort seine Kartoffeln aufbewahren konnte (1909). Anstelle der unter Pfarrer Heher aufgestellten Herz-Jesu- und Herz-Mariä-Bilder wurden auf den Seitenaltären eine Herz-Jesu-Statue und eine Herz-Mariä-Statue aufgestellt (1910). Weil die alte, aus dem Jahr 1835 stammende, von Josef Horak aus Zwettl erbaute Orgel nicht mehr reparaturfähig war, wurde eifrig für eine neue Orgel gesammelt. Diese wurde vom Orgelbaumeister Leopold Breinbauer aus Ottensheim gebaut und kostete 3600 Kronen. Am 15. Oktober 1910 erfolgte die Weihe des neuen Instruments. Im Oktober 1911 kam Kroißmayr als Pfarrer nach Münichreith. [104]

Friedrich Haider, Provisor [105] 1911-1912

Karl Pfeiffer, Pfarrer 1912-1928

(* 18. Oktober 1876 in Griechenberg, Pfarre Neidling, Priesterweihe 28. Juli 1901 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Kautzen, Neuhofen an der Ybbs und Wieselburg, 1912-1928 Pfarrer von Neukirchen, 1928-1945 Pfarrer von Obritzberg, + 23. August 1945) [106]

Pfeiffer wurde am 9. März 1912 investiert und am 21. März durch Dechant Dobner von Dobenau als Pfarrer von Neukirchen installiert.

Durch die eifrige Sammeltätigkeit des Brucker Bürgermeisters und Kirchenvaters Ignaz Zeilinger wurde das Geld für einen Kirchenluster aus Bronze aufgebracht, dessen 24 Lichter zu Weihnachten 1912 erstmals angezündet wurden. 1913 erfolgte eine Außenrenovierung des Pfarrhofs. Zu Pfingsten 1913 zersprang die 1864 angeschaffte Glocke. Eine neue Glocke, welche dieselben Inschriften wie die alte hatte, wurde von Firma Samassa aus Laibach in deren Gießerei in Wiener Neustadt gegossen, vom Wiener Neustädter Propst Eberhard Graf zu Ortenburg auf den Namen des hl. Florian geweiht und am 14. Dezember 1913 feierlich aufgezogen.

Für Kriegszwecke mussten am 23. Mai 1917 die große Kirchenglocke (d=94 cm, 492 kg, Bilder: Maria und die vier Evangelisten; gegossen in Passau 1716) und die Prinzelndorfer Gebetsglocke (d=45 cm, 52 kg, Bild: Christus am Kreuz, gegossen 1862 von Robert Reiser, Wien) abgeliefert werden, am 23. Juli 1917 folgte die erst 1913 neu gegossene Glocke (d= 73 cm, 230 kg). Nach der Ablieferung verschiedener Metallgeräte wurden im Juni 1918 schließlich auch die Prospektpfeifen der Orgel requiriert. 

Nachdem Pfarrer Pfeiffer bereits am 14. September 1919 eine neue Gebetsglocke in Prinzelndorf (Bronzeglocke aus der Berndorfer Glockengießerei) geweiht hatte, konnte man in Neukirchen am 4. Februar 1923 die festliche Weihe der großen Glocke (Ton a, d=93 cm, 422 kg, Bild: Immaculata, Aufschrift: „Königin des Himmels, bitt für uns!“) und am 29. April die Weihe der zweiten Glocke (Ton c, d=78 cm, 227 kg, Bild: hl. Florian, Aufschrift: „Hl. Florian, bitt für uns und die gefallenen Krieger!“) feiern. Beide Glocken stammten aus der Glockengießerei St. Florian. Die Ausgaben für die neuen Glocken betrugen 42.414.540 Kronen. Im August dieses Jahres wurden durch Orgelbauer Gregor Hradetzky aus Krems neue Prospektpfeifen eingesetzt, die Orgel entstaubt und gestimmt.

Anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums im Jahr 1926 wurde Pfarrer Pfeiffer von den drei eingepfarrten Gemeinden Arndorf, Bruck und Mürfelndorf zum Ehrenbürger ernannt. Am

1. August 1928 kam er als Pfarrer nach Obritzberg.[107]

Abb 12: Primiz 1934
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Ignaz Naderer, Pfarrer 1928-1940

(* 19. Juli 1889 in Klein-Hamet im Stiegeramt 3 bei St. Oswald, Priesterweihe 4. Juli 1915 in St. Pölten, Weltpriester, Kooperator in Weitersfeld, Chorherrn, Großhaselbach und Pottenbrunn, 1928-1940 Pfarrer in Neukirchen, + 16. Dezember 1940 in St. Pölten, begraben in Neukirchen) [108]

Naderer wurde nach dem Weggang von Pfarrer Pfeiffer als Provisor angestellt. Die feierliche Installation als Pfarrer erfolgte am 16. Dezember 1928 durch Dechant Alois Plesser aus Kleinpöchlarn. Unter diesem Seelsorger entstand der „lebendige Rosenkranz“ in Neukirchen. 1931 erhielt die Kirche sechs neue Fenster. Am 1. Juni dieses Jahres kam Bischof Michael Memelauer zur Generalvisitation, bei der er u. a. 112 Kindern aus 19 Pfarren das Sakrament der Firmung spendete. 1932 wurde das Kirchendach repariert, die Kirche erhielt 15 neue Bänke und Bezirkshauptmann Adolf Fritz spendete zwei Fenster an der Nordseite der Kirche. 1933 wurde schließlich der Hochaltar restauriert.[109]

1934 erlebt Neukirchen das seltene Fest einer Primizfeier. Der Neupriester Johann Schindl war zwar nicht von hier gebürtig (* 30. Oktober 1908, Großglobnitz), Neukirchen war ihm jedoch sechs Jahre zuvor zur zweiten Heimat geworden. Auf den festlichen Empfang des Primizianten, der auf einem von zwei Lippizanern des Gutes Arndorf gezogenen Wagen eintraf, folgten eine kurze Andacht in der Kirche, ein prächtiger Fackelzug und zuletzt ein Ständchen vor dem Pfarrhof, wo der Gefeierte im Pfarrhof alljährlich seine Ferienzeit verbracht hatte. Den Höhepunkt bildete das Primiz-Hochamt am nächsten Tag. Nach einem Besuch des Grabes seiner zwei Jahre zuvor verstorbenen Mutter ging es schließlich zur weltlichen Feier im Gasthof Hahn. KR Johann Schindl war von 1955 bis 1979 Pfarrer von Spitz, + 7. September 1988.[110]

Mit Wirkung vom 1. Jänner 1936 wurden einige Umpfarrungen vorgenommen. Aus der Pfarre Neukirchen wurden ausgepfarrt der Kälberhof (wurde in die Pfarre Laimbach eingepfarrt) und das Haus Prinzelndorf 9 (kam zur Pfarre Pöggstall). Zwei Häuser der Ortschaft Riegelfeuer wurden aus der Pfarre Münichreith aus- und in die Pfarre Neukirchen eingepfarrt.[111]

Pfarrer Naderers Grab befindet sich an der Südseite der Kirche. Der Text auf der Tafel lautet: „Ignaz /  Naderer / 12 Jahre hier Pfarrer / gest. 16. 12. 1940 – 51 Jahre alt / gebürtig vom Hametnerhof bei St. Oswald. / `Seht, ich habe nicht / für mich allein gearbeitet, / vielmehr für Alle.` Sir. 24.47.“

GR Leopold Mayrhofer, Pfarrer 1941-1955

(* 27. 12. 1909 in Loosdorf, Sohn einer Bauernfamilie, 29. Juni 1934 Priesterweihe in St. Pölten, Weltpriester, Kaplan in Petzenkirchen und Hürm, 1941-1955 Pfarrer in Neukirchen, 1955 bis August 1990 Pfarrer in Nöchling, + 10. Dezember 1990 in Nöchling, begraben in Loosdorf) [112]

Mayrhofer wurde am 1. Jänner 1941, in einer für die Seelsorge sehr schwierigen Zeit, zunächst als Provisor und mit 1. Juli dieses Jahres als Pfarrer von Neukirchen angestellt.

Am 19. Jänner 1942 mussten die beiden nach dem Ersten Weltkrieg angeschafften Glocken abgeliefert werden. Nur eine kleine Glocke (Ton e, d=63 cm, ca. 90 kg, Bilder: Kreuz und Monstranz, Inschriften: „Campana haec fusa est a. 1482. Franz Rodtlmayr in Krems goß mich. Maria hilf aus aller Not, und wende ab Pest, Hunger, Krieg u. ewigen Tod“, Gussjahr 1808, vielleicht 1482 gegossen und 1808 umgegossen), die auch den Ersten Weltkrieg überlebt hatte, ließ man im Turm hängen.

Mayrhofer leistete viel für die Pfarre. In baulicher Hinsicht erscheinen besonders erwähnenswert: Neuvergoldung von Seitenaltären, Taufstein und Kanzel (1941), Aufstellung neuer Kirchenbänke auf dem Orgelchor (1947), Renovierung der Kirchenfassade (1947, 1949) und des Turms (1949), Instandsetzung der Turmuhr nach 10-jährigem Stillstand (1949), Renovierung der Pfarrhoffassade (1950), Generalreparatur der Orgel (1950), Einleitung des elektrischen Lichts in Kirche und Pfarrhof (1951), Einbau eines Orgelmotors (1951), Renovierung des Kirchendaches (1954). Im seelsorglichen Bereich war ihm die Jugendarbeit ein großes Anliegen. Nach dem Krieg begann er bereits im Mai 1946 mit Glaubensstunden für die Jugendlichen, schickte sie auf Schulungskurse, hielt monatliche Gemeinschaftsmessen und förderte das Theaterspiel der Katholischen Jugend. 1950 erhielt Pfarrer Mayrhofer von den drei eingepfarrten Gemeinden ein „Ehrendiplom für besondere Verdienste“.

Abb 13: Glockenweihe 1950
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Abb 13a: Glockenweihe 1950
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

Ein besonderes Fest für die Pfarre war die Glockenweihe am 25. März 1950 durch Domdechant Prälat Dr. Stephan Matzinger. Glockenpatin war Josefa Kern aus Oberbierbaum. Die „Marienglocke“ (Ton: a, d=93 cm, 403 kg, Bild: Himmelskönigin mit Jesuskind, Christus- und Marienmonogramme, Inschrift: „Himmelskönigin bitt´ für uns, unsere Verstorbenen und unsere gefallenen Krieger!“) und die „Florianiglocke“ (Ton: c, d=76 cm, 220 kg, Bild: hl. Florian, Christus- und Marienmonogramme, Inschrift: „Hl. Florian, bitt´ für uns“) wurden 1949 gegossen und tragen das Wappen der Gießerei Oberascher & Co. aus Salzburg/Kasern.

Mit Wirkung vom 1. Mai 1951 wurde das vorher zur Pfarre Münichreith gehörende Haus Kehrbach 18 nach Neukirchen umgepfarrt.

Anlässlich der Visitation im Juni 1952 spendete Bischof Michael Memelauer 88 jungen Menschen das Sakrament der Firmung. Im April 1955 ging Mayrhofer als Pfarrer nach Nöchling.[113]

Abb 14: Installation von Pfarrer Kogler 1955
Foto: Herbert Neidhart, Pöggstall

GR Franz Kogler, Pfarrer 1955-1994                  

(* 7. Jänner 1915 in St. Leonhard a. W., Sohn einer Bauernfamilie, Priesterweihe 29. Juni 1946 in St. Pölten, Kaplan in Neustadtl/Donau, Oberndorf/Melk, Langschlag, Groß-Siegharts, Gars am Kamp und Ybbs/Donau, 1955-1994 Pfarrer in Neukirchen, + 7. November 1994 in  Opponitz, begraben in Neukirchen) [114]

Kogler kam am 18. April 1955 als Provisor nach Neukirchen. Nach der Investitur am 18. September wurde er von Dechant Anton Teufel feierlich als Pfarrer von Neukirchen installiert.

Bereits 1955 begann Pfarrer Kogler mit der Sanierung des Pfarrhofs. Zuerst wurde, von Pfarrer Mayrhofer noch vorbereitet, die schadhafte Schindelverkleidung an der Westseite des Pfarrhofs abgenommen und durch Eternit ersetzt. Der Pfarrhof wurde innen umgebaut (1957) und außen renoviert (1960), das Telefon eingeleitet (1966), eine Zentralheizung errichtet (1969) und eine weitere Außenrestaurierung durchgeführt (1982).

In der Kirche wurden der Fußboden unter den Kirchenbänken zwischen Mittelpfeiler, Beichtstuhl und Kanzel erneuert (1962), das Geläute elektrifiziert (1962), ein Teil des Kirchendachs renoviert (1965) und eine Innenrenovierung vorgenommen, bei der u. a. die Ziegelrippen des Gewölbes und gotische Wandmalereien im Chor, auf dem Emporenpfeiler und an der Emporenwand freigelegt wurden (1966). Weiters wurden eine Lautsprecheranlage installiert, die Kirchenheizung eingebaut (1966/67), eine Außenrenovierung vorgenommen (1966/67), die Orgel repariert (1968), der Hochaltar (1976), Seitenaltäre, Kanzel und Taufstein (1977) renoviert, die Kronen für die Muttergottesstatue und das Jesuskind restauriert und wieder aufgesetzt (1981), bei einer  Orgelrenovierung ein neuer Motor eingebaut (1987), eine weitere Außenrenovierung der Kirche durchgeführt und der Turm neu gedeckt (1988) sowie eine elektrische Uhr angeschafft (1991).

Im Pfarrfriedhof wurde die schadhafte Friedhofsmauer ausgebessert (1960), die hölzernen Gatter wurden durch schmiedeeiserne Tore ersetzt (1963) und das Wasser wurde in den Friedhof eingeleitet (1969). Das alte Schulgebäude wurde im Oktober 1963 von der Diözese für die Pfarre angekauft. Nach seiner Räumung im November 1965 wurde hier ein Pfarrheim eingerichtet, das 1974 neue Fenster erhielt. Anstelle des Wohnungsteils der alten Schule schuf die Marktgemeinde Pöggstall – nach einem Vertrag zwischen Diözese und Gemeinde – eine Aufbahrungshalle, welche am 18. Oktober 1987 gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Pfarrer Kogler, der von September 1963 bis Ende Juli 1964 zusätzlich als Excurrendoprovisor die Pfarre Münichreith zu betreuen hatte, war ein selbstloser und eifriger Diener Gottes und der Kirche. Ein besonderes Anliegen war ihm die Vertiefung des Glaubens. 1961 wurde in Neukirchen eine Volksmission gehalten. Die Beteiligung der Gläubigen war sehr groß, mehr als 500 Beichten wurden damals abgenommen und über 1300 Kommunionen  gespendet. Eine weitere Volksmission  wurde 1977 abgehalten. Für die Jugend gab es u. a. Einkehrtage und feierliche Aufnahmefeiern in die Katholische Jugend. Zur Weihe eines Burschen- und eines Mädchenbanners für die Pfarrjugend am 20. Juni 1971 durch Diözesanjugendseelsorger Josef Peham kamen viele Jugendliche aus dem ganzen Dekanat und viele Geistliche nach Neukirchen.

Während Koglers Amtszeit fanden zwei Generalvisitationen statt: Am 23. und 24. Mai 1967 war Diözesanbischof Dr. Franz Zak in der Pfarre. Damals gab  es eine Kindersegnung, die Religionsprüfung in der Schule, die üblichen Sitzungen, die Kanzleivisitation und als Höhepunkt die Bischofsmesse, bei der Bischof Zak 60 jungen Menschen das Sakrament der Firmung spendete. Am 3. und 4. Juni 1983 kam Weihbischof Dr. Alois Stöger zur Visitation. Damals gab es 36 Firmlinge.

Durch die Weihe der Pfarre an das Unbefleckte Herz Mariens (1965), die Einführung der „Fatimatage“ (1975) und die feierliche Gestaltung der „Letzt´ Goldenen Samstage“  versuchte Kogler die Marienverehrung und die Wallfahrt zu fördern. 1974 kam der Wiener Erzbischof, Kardinal Dr. Franz König, mit 200 Haushälterinnen und Frauen zur Wallfahrt. Anlässlich der Dekanatswallfahrt der Katholischen Jugend im Jahr 1975 mit Pfarrer Gottfried Strasser kamen 250 bis 300 Jugendliche nach Neukirchen. Große Tage für die Pfarre waren der 20. und 21. Oktober 1984: Der Letzt´ Goldene Samstag – wie damals üblich mit vier (!) hl. Messen -  war zugleich die Vorbereitung für die am nächsten Tag begangene Feier des 200-jährigen Pfarrjubiläums. Aus diesem Anlass zelebrierte der Abt des Stiftes Melk, Prl. Dr. Burkhard Ellegast, zusammen mit dem Pfarrer ein feierliches Hochamt. Am Ende des Gottesdienstes überreichte Abt Burkhard dem Mesner Franz Moser für 40-jährige treue und gewissenhafte Dienste den vom Bischof verliehenen Hippolytorden.

Weitere erwähnenswerte Ereignisse dieser Zeit waren der Einsatz des Pfarrers für den Bau einer neuen Wasserleitung (von den Bewohnern von Neukirchen und Haag und von der Pfarrgemeinde 1958 errichtet), die Umpfarrung des Hauses Weißpyhra 6 von der Pfarre Laimbach in die Pfarre Neukirchen (1. August 1960), die Weihe des im ehemaligen Hausgarten des Pfarrhofs errichteten Kriegerdenkmals (1962), die Kapellen- und Glockenweihe in Prinzelndorf (1964), das erste Mal Sternsingen für die Mission (1965), die Umpfarrung des Hauses Neue Welt 24 von der Pfarre Neukirchen zur Pfarre Münichreith (1. September 1965), die Kapellenweihe in Oberbierbaum (1969) und die Weihe der neuen Dreifaltigkeitsdarstellung in der spätgotischen Dreifaltigkeitssäule in Neukirchen durch Weihbischof Dr. Alois Stoger (1976).[115]

Aus gesundheitlichen Gründen trat Pfarrer Kogler mit 1. Mai  1994 in den Ruhestand und zog nach Opponitz, wo ihm anlässlich seiner offiziellen Verabschiedung am 25. September  der Ehrenring der Marktgemeinde Pöggstall überreicht wurde.[116] Pfarrer Kogler verstarb am 7. November 1994 in Opponitz. Er wurde am 11. November in Neukirchen begraben; die Begräbnisfeier leitete Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn.[117] Das schmiedeeiserne Grabkreuz trägt die Inschrift „Geburt ist Sterbens Beginn / Tod ist des Lebens Anfang / Pfarrer / Franz Kogler / * 7. 1. 1915 / + 7. 11. 1994“, auf dem Sockel steht „Pfarrer von Neukirchen / 1955 – 1994“.

GR Zbigniew Mazurczak, Pfarrer ab 1994 

(* 8. Februar 1951 in Wschowa / D: Fraustadt /, Diözese Gorzów Wlkp. / D: Landsberg an der Warthe /, Polen, Priesterweihe am 15. Juni 1975 in Gorzów Wlkp., Polen, anschl. sieben Jahre Kaplan und acht Jahre Pfarrer in seiner Heimat, 1990/91 Kaplan in Horn, seit 1. September 1991 Pfarrer von Münichreith, seit 1. Mai 1994 auch Pfarrer von Neukirchen, vom 1. August 2010 bis November 2011 zusätzlich Pfarrer von Laimbach)

Der Münichreither Pfarrer Mazurczak, der  die Pfarre Neukirchen bereits seit Jänner 1994 als Substitut betreut hatte, wurde am 1. Mai 1994 zum Pfarrer von Neukirchen ernannt. Die Tatsache, dass in Neukirchen nun kein Priester mehr wohnt und der Pfarrer mehrere Pfarren zu betreuen hat, machen ein „Zusammenrücken“ der Pfarren und Eigeninitiative und Mitarbeit der Pfarrangehörigen notwendig. Pilgerreisen von Gläubigen aus beiden Pfarren nach Tschenstochau und zu anderen Heiligtümern in Polen (1995, 2006 und 2010), die gemeinsame Vorbereitung und Sendungsfeiern für die Firmlinge sowie „Pfarrfirmungen“ für die Firmkandidaten aus den beiden Pfarren bringen dieses Miteinander zum Ausdruck. Diözesanbischof Edward Dajczak aus Polen spendete am 28. April 2007 den Firmkandidaten aus den Pfarren Münichreith und Neukirchen in der Pfarrkirche Neukirchen das Sakrament der Firmung. Am 9. Mai 2009 firmte der polnische Bischof in Münichreith. Anlässlich der Generalvisitation in Münichreith spendete Diözesanbischof DDr. Klaus Küng am 30. April 2011 sieben Firmlingen aus Neukirchen und zehn aus Münichreith das Firmsakrament. 

Monatliche gemeinsame Pfarrblätter und die Homepage der Pfarre (ab 2004) sorgen für entsprechende Information der Pfarrangehörigen. Vorbereitung der Erstkommunionkinder (durch Tischmütter und Mini-Gottesdienste) und der Firmlinge (durch Firmbegleiter), Kinder- und Jugendmessen, Pfarrkaffee, Adventandachten und Nachmittage für Senioren, Maiandachten in den Ortschaften, Dankgottesdienste der Ehejubilare, Pferdesegnungen (ab 2007), die jährliche „Vituswallfahrt“ nach Maria Taferl, die jährliche Sonntagbergwallfahrt und  andere Veranstaltungen geben Zeugnis von einem lebendigen Pfarrleben.

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng hielt am 17. September 2005 Generalvisitation in der Pfarre Neukirchen. Am 2. Juni 2007 besuchte der Diözesanbischof die Pfadfinder, die ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum feierten und im Pfarrgarten in Neukirchen ihr Lager aufgeschlagen hatten.

Wichtige bauliche Maßnahmen der letzten Jahre waren die Anschaffung einer neuen Lautsprecheranlage (1995), die Errichtung des Volksaltars (1996), eine Durchgasung der Kirche gegen Holzwurm (1998) und die Erneuerung der Bänke unter dem Chor (1999). Das größte Projekt stellte die umfassende Innen- und Außenrenovierung der Kirche dar  (2009/10). Die Gesamtkosten dafür betrugen 120.000 €, wovon die Pfarre 64.000 € aufbringen musste. Mehr als 1.500 freiwillige Arbeitsstunden wurden von Pfarrmitgliedern geleistet. Als Abschluss dieses großen Renovierungsprojekts, bei dem auch die Orgel einer Generalsanierung unterzogen wurde, feierte Diözesanbischof DDr. Klaus Küng am 16. Oktober 2010 mit der Pfarrgemeinde einen Festgottesdienst, bei dem er die neu renovierte Kirche einweihte. [118]

Abb 15: Gottesmutter von Neukircehn am Ostrong

 

Geschichte verfasst von Herbert Neidhart

 
Quellenverzeichnis

[1] Elisabeth S c h u s t e r,  Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen, 3. Teil (Wien 1994), S. 22.

[2] Theordor B i t t e r a u f, Traditionen des Hochstifts Freising. II. Band (926-1283). In: Quellen und Erörterungen zur Bayerischen und Deutschen Geschichte NF 5 (München 1909), S. 349 f.

[3] Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Passau-St. Nikola, Urkunde 10. – Urkundenbuch des Landes ob der Enns (=OÖUB) Bd. 2 (Wien 1856), S. 213 f.

[4] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., Taufbuch I (1700-1784) fol. 3. Hier ist als Datum des Brandes angegeben: „12. Nov. Anno: 1699 in Minichreith postridie Festi´ S. Martini“; PfA 1, Ex Archivo Münichreithensi (um 1750), S. 3 f. Da es hier heißt, dass die Schriften 23 Jahre nach dem Tod Altdorfers (+1697) in Wien gefunden wurden, muss das Jahr der Auffindung wohl 1720 lauten - nicht 1726, wie bei Alois P l e s s e r, Zur Kirchengeschichte des Waldviertels vor 1560. In: GB XI (1932), S. 506, Anm. 4 angeführt!   

[5] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 1: Ex Archivo Münichreithensi (um 1750), S. 4. – Fritz R ö t z e r, Sagen aus dem südlichen Waldviertel (Pöggstall 1952) S. 31-33.

[6] Ebd.

[7] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 3: Fasz. Stiftungen (1357, Abschrift 1808).

[8] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 2: Fasz. Filiale Neukirchen, Kälberharter-Stiftung (1428, Abschrift 1789). 

[9] DASP, Pf.- u. Kl.-A: Münichreith/O., PfA: Fasz. 1469 (Abschrift 1808); Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 3: Fasz. Stiftungen (1469).

[10] Pfarrarchiv Neukirchen, Ingedenkbuch der Pfarre Neukirchen am Ostrangwald (=Pfarrchronik Neukirchen, handschriftl. Aufzeichnungen), S. 7. – DASP, Pf.- u. Kl.-A., Neukirchen/O.: Fasz. Inventare, Inventarium 1804. 

[11] Herbert N e i d h a r t, Die ehemalige Gemeinde Arndorf. In: Wv 4/2009, S. 358. - 1910 war die Tafel  noch im Fenster des Seitenschiffs: Österreichische Kunsttopographie (=ÖKT) Bd. IV. Die Denkmale des politischen Bezirkes Pöggstall in Niederösterreich (Wien 1910) S. 27. – Topographie von Niederösterreich. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 7. Bd.: Alphabetische Reihenfolge und Schilderung der Ortschaften in Niederösterreich. 6. Bd. (Wien 1915) S. 132. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10) S. 72-74.

[12] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 35.  

[13] NÖLA, AE OM 371: Einlag, 12. September 1534.

[14] NÖLA, AE OM 371: Einlag und Begleitschreiben, 1544.

[15] DASP, Pf.- u. Kl.-A., Münichreith/O. 1: Fasz. Akten (ca. 1560).

[16] DASP, Pf-u.Kl-A.,  Münichreith/O.: Fasz. Akten, Revers Brief vom „Tag Georgi“ (23. April) 1586.

[17] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 3: Fasz. Stiftungen, Schreiben des Passauer Offizials  Carolus Freiherr von Kirchberg (1631); PfA 1: Ex Archivo, S. 7. 

[18] Alois P l e s s e r, Zur Kirchengeschichte des Waldviertels vor 1627. Neukirchen. In: GB XII (1939), S. 665.

[19] Georg K u h r / Gerhard B a u e r (Bearb.), Verzeichnis der Neubekehrten im Waldviertel 1652-1654. Codex Vindobonensis 7757 der Nationalbibliothek Wien (=Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte 3, Nürnberg 1992) S. 185-187.

[20] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 1: Ex Archivo Münichreithensi (um 1750), S. 7 f. 

[21] DASP, Pf.- u. Kl.-A., Münichreith/O. 1: Fasz. Akten, Antwort (ca. 1750). – Zum Benefizium siehe auch: Ebd., Fasz. Akten, Fassion (Geistliches Beneficium), 1. Juli 1785. - DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 3: Stiftungen, Ertragnuß (1769); PfA 2: Fasz. Filiale Neukirchen, Fassion vom 20. Dezember 1782. 

[22] „Wahre Abbildung unser Lieben Frauen zu Neukirchen, zwischen Maria Taferl und Pögstall, in Minichreither Pfarr, dem Closter St. Nicola Can. Reg. bey Passau einverleibt von Zeiten B. Altmani, Bischoffs, alda diese Gnadenreiche Mutter Sich über 458 Jahr befindet“ (Wien 1720). - ÖKT IV (wie Anm. 11), S. 21. - Die Jahreszahl 1262 steht zwar im Widerspruch zur bereits oben angeführten Sage über die Entstehung der Kirche, sie könnte sich jedoch auf eine damals vorgenommene Vergrößerung der angeblich bereits 1117 errichteten Kirche beziehen. 

[23] BDA, Landeskonservatorat für Niederösterreich, Archiv: Neukirchen am Ostrong, Mappe II (1960-1966): Restaurierungsbericht vom 7. Juli 1966. - Heimatkundliche Stoffsammlung der Volksschule Neukirchen (maschinschriftliche Aufzeichnungen, um 1968), XV. Kunstpflege und Kunstschätze. – Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 176.

[24] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 1: Ex Archivo Münichreithensi (um 1750), S. 4. - Andreas Salzmann starb 1749 im Alter von 82 Jahren: DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., Sterbebuch I, S. 85. 

[25] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 1: Ex Archivo Münichreithensi (um 1750),  S. 4, Nr. 1.

[26] Edb. S. 4 f., Nr. 2. - Rümer (Rimmer) war 61 Jahre Schulmeister in Münichreith. Er starb 1771 im Alter von 100 Jahren: DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., Sterbebuch I, S. 149. 

[27] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 1: Ex Archivo Münichreithensi (um 1750), S. 5, Nr. 3.

[28] Ebd. S. 5, Nr. 4.

[29] Ebd. S. 5 f., Nr. 5-12.

[30] DASP, Pf.-u. Kl.-A., Münichreith/O. 1: Fasz. Akten, Von denen guldenen 3 Sambstnächten (ca. 1750); Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 1: Ex Archivo Münichreithensi (um 1750), S. 19-21.

[31] Franz K o g l e r, Wallfahrtskirche Neukirchen (o.O., o.J.) S. 6. – Rötzer, Sagen (wie Anm. 5), S. 33 f.

[32] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 50 f. (1915/16).

[33] Z. B.: „Neunchircher pharr“: NÖLA, Urkunde Nr. 454 vom „sand Thomans tag“ (3. Juli) 1353 und  Urkunde Nr. 497 vom „sand merte(n) tag“ (11. November) 1356. - „in Newnkiricher pfarr“ (ca. 1400): Notizenblatt. Beilage zum Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen, 1857, S. 318. – „Newnkiricher pharr an dem Osdrogn“: Stiftsarchiv Melk, Urkunde vom 9. Mai 1402. - „Newkircher pharr am Osdrang“ (1428): Hoyos´sches Familienarchiv im Schloss Horn, Sign. F 357: Lehenbuch der Herren von Ebersdorf von 1437, fol. 272r. - „Newnkircher pharr gelegen am Ostranng“ (1468): Hoyos´sches Familienarchiv im Schloss Horn, Sign. F 357: Lehenbuch der Herren von Ebersdorf von 1455, fol. 1. - „in Neukirchner Pfarre“ (1534): GB VIII (1907) S. 165, Anm. 4. – „Zöppering auß der pfarr Neu Khirchen“ (1658) und „Gottsberg in der pfarr Neikhirchen“ (1663): Archiv der Pfarre Pöggstall, Tauf- Trauungs- Totenbuch II, S. 222, 315. – „Neukircher Pfarr“ (1709, 1710): DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., Sterbebuch I , S. 13 f. 

[34] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O., Akten: Schreiben des Propstes an den Offizial vom 6. August 1779; Bericht, 14. Jänner 1780; Schreiben des Offizialates vom 4. Februar 1780; Schreiben des Propstes vom 13. März 1780 und vom 16. November 1780; Präsentationsurkunde vom 16. November 1780.

[35] DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., PfA 2: Fasz. Filiale Neukirchen, Verlautbarung vom 14. und 21. Jänner 1781. – DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Local Untersuchung und Bericht vom 23. Februar 1781. 

[36] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 27, 29.                                                         

[37] Stand vom Februar 2012: Personal-Schematismus der Diözese St. Pölten. In: Jahrbuch der Diözese St. Pölten 2013. Hg. Pastorale Dienste St. Pölten (St. Pölten 2012), S. 163.

[38] Vgl. Karl L e c h n e r (Hg.), Handbuch der historischen Stätten – Österreich. 1. Bd.: Donauländer und      Burgenland (Stuttgart 1985) S. 436. - Wilhelm Z o t t i, Kirchliche Kunst in Niederösterreich. Diözese St. Pölten, Bd. 2: Pfarr- und Filialkirchen nördlich der Donau (St. Pölten – Wien 1986) S. 253-256. - Walter Walter P o n g r a t z / Gerhard S e e b a c h, Burgen und Schlösser Ysper-Pöggstall-Weiten (Wien 1972) S. 78 f. – Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Hg. vom Bundesdenkmalamt (Wien 1990) S. 773-775. – Franz E p p e l, Das Waldviertel. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen (Salzburg 1963) S. 168 f. - Adalbert K l a a r  / BDA, Baualterplan: Neukirchen (1963). - Karl S c h ö b l, Neukirchen (maschinschriftl. Aufzeichnungen, 1959). - Kogler, Wallfahrtskirche (wie Anm. 31), S. 4-11.

[39] BDA (wie Anm. 23), Mappe IV (1987-2010): Ralf W i t t i g, Untersuchungsbericht, Neukirchen am Ostrong, NÖ, Pfarrkirche (Oktober 2008); Elisabeth W a h l, Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt Neukirchen am Ostrong. Bauhistorische Untersuchung 2010. – Johannes D u d a, Untersuchung der malerischen Ausstattung und ihrer zeitlichen Veränderungsphasen in Zusammenhang mit der Baugeschichte der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (verm. 13. Jh.) in Neukirchen am Ostrong, NÖ (Diplomarbeit, Akademie der bildenden Künste Wien, 2010. - Diese Arbeit wurde im Rahmen eines Forschungsauftrags erstellt. Auftraggeber: Pfarre Neukirchen/O., Forschungsauftrag vom 23. Dezember 2009). 

[40] Zu den einzelnen Bauphasen siehe v. a.: Bauphasenplan (2010) und Beschreibung der  Bauphasen von Mag. Elisabeth Wahl. In: Wahl, Bauhistorische Untersuchung (wie Anm. 39).

[41] Die Scheiben wurden 1989 renoviert: BDA (wie Anm. 23), Mappe IV: Schreiben vom 2. August 1989.

[42] Die Anlage der Darstellungen und verschiedene Merkmale lassen die Hand des „Meisters von Thunau“ erkennen: Elga L a n c, Die mittelalterlichen Wandmalereien in Wien und Niederösterreich. In: Corpus der mittelalterlichen Wandmalereien in Österreich. Band I (Wien 1983), S. 186-188.   

[43] Dieses „Oratorium von Holz linckerhand des Hochaltars“ war 1804 noch vorhanden, musste aber „bej Gelegenheit“ auf Befehl des Herrn Ordinarius weggerissen werden: DASP, Pf.- u. Kl.-A., Neukirchen/O.: Fasz. Inventare, Inventarium 1804.

[44] E. L i e f s c h e s - H a r t h, Mittelalterliche Wandmalerei. Funde 1959-1969. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege. XXIII Jg. (Wien 1969) S. 165. - Lanc, Wandmalereien (wie Anm. 42), S. 187. – J.     S i e b m a c h e r´ s grosses und allgemeines Wappenbuch. IV. Bd., 4. Abt.: Niederoesterreichischer Adel (Nürnberg 1918) S. 103 und Tafel 50.

[45] Nach Liefsches-Harth und Lanc entstanden die Malereien um 1370: Liefsches-Harth, Wandmalerei (wie Anm. 44), S. 166. - Lanc, Wandmalereien (wie Anm. 42), S. 187. - Diese Malereien wurden 1966 von Prof. Dr. Franz Walliser freigelegt, Fehlstellen geschlossen und teilweise ergänzt: BDA (wie Anm. 23), Mappe II: Franz W a l l i s e r, Restaurierbericht (3. August 1966).

[46] Wahl, Bauhistorische Untersuchung (wie Anm. 39).

[47] Wittig, Untersuchungsbericht (wie Anm. 39). – Duda, Untersuchung (wie Anm. 39).

[48] NB: Die bei Zotti, Kirchliche Kunst (wie Anm. 38), S. 254, angeführte „Totenkapelle des Hans von Matschach“ wurde fälschlich Neukirchen am Ostrong zugeordnet. Sie befand sich in Neukirchen an der Wild!

[49] Siehe: Neidhart, Arndorf (wie Anm. 11),  S. 358 f.

[50] Karl S c h ö b l, A. V. (Aktenvermerk) vom 10. Oktober 1962. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 131 f.

[51] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 7. – DASP, Pf.- u. Kl.-A., Neukirchen/O.: Fasz. Inventare, Inventarium 1804. 

[52] Der Grabstein des Hanns Schauchinger und seiner Gemahlin ist neben dem Erndorfer-Grabstein an der Ostwand des Langhauses angebracht. – Siehe: Neidhart, Arndorf (wie Anm. 11), S. 359 f.

[53] Der Altar wurde 1954/55 in dieser Form aus einem gotischen Schrein mit drei Statuen, zwei Seitenteilen einer Predella und zwei dem „Meister von Pulkau“ nahestehenden Statuetten (sie standen zu dieser Zeit auf einem Seitenaltar) zusammengestellt. Schließlich wurden die beiden Tabernakeltürchen, die sich auf einer Tafel (diese diente um 1910 als Tür der Sakramentsnische!) im Pfarrhof befanden, neu gerahmt und in die Predella eingefügt. Damals zeigten sich auf der Rückseite der Türchen die Umrisse von zwei nicht mehr erhaltenen Reliefs von weiblichen Heiligen. Bei der Heiligenfigur in Ritterrüstung könnte es sich auch um eine Darstellung des hl. Pankratius handeln. NB: Bei den auf der Rückseite der Figuren angebrachten Zahlen handelt es sich nicht um Jahreszahlen, sondern um Nummern der Restaurierkartei des BDA! - ÖKT IV (wie Anm. 11), S. 24, Fig. 27. -  BDA (wie Anm. 23), Mappe I: Schreiben vom 28. Juli 1950, vom 19. August 1954 und vom 26. November 1954.

[54] Wahl, Bauhistorische Untersuchung (wie Anm. 39). - Alle Gewölberippen wurden anlässlich der Kirchenrenovierung 1966 freigelegt: Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S.149. – Walliser, Restaurierbericht (wie Anm. 45). 

[55] Derzeit in Verwahrung.

[56] Die Datierung dieser Malerei „um 1370“ nach Liefsches-Harth, Wandmalerei (wie Anm. 44), S. 166, und Lanc, Wandmalereien (wie Anm. 42), S. 187, dürfte nicht zutreffen, weil das Sakramentshäuschen erst um 1500 entstanden ist.

[57] Im oberen Abschluss der Rankenfelder konnten 1966 noch Spuren von Heiligennamen gefunden werden: Walliser, Restaurierbericht (wie Anm. 45).

[58] Sowohl Figurenbehandlung als auch die Handlung in einer Landschaft deuten auf eine „Inspiration durch die Donauschule“, der Stil der Figuren weist auf den Umkreis Albrecht Altdorfers bzw. auf die Werkstatt des Meisters der Historia Friderici et Maximiliani hin: Lanc, Wandmalereien (wie Anm. 42), S. 188 f. 

[59] Die Opfergangstüren waren früher bemalt (Verkündigungsengel und Maria): ÖKT IV (wie Anm. 11), S. 26.  

[60] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 7, 38.

[61] Ebd., S. 7.

[62] Wahl, Bauhistorische Untersuchung (wie Anm. 39), Bauphasenplan.

[63] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 7, 38.

[64] Ebd., S. 39, 74.  

[65] Die alten, 1852 angeschafften Kreuzwegbilder konnten wegen ihrer Größe nach der Kirchenrestaurierung 1966 (Entdeckung der Fresken!) nicht mehr aufgehängt werden; sie wurden an die Pfarre Sonntagberg verkauft: Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 6, 163.

[66] Grabstein in der Pfarrkirche Neukirchen.

[67] NÖLA, AE OM 371: Einlag und Begleitschreiben, 1544.

[68] Ebd.

[69] Ludwig Heinrich K r i c k, Die ehemaligen stabilen Klöster des Bistums Passau. Chronologische Reihenfolgen ihrer Mitglieder von der Gründung der Klöster bis zu ihrer Aufhebung (Passau 1923) S. 34. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm 138), S. 5. – DASP, Pfarrarchiv Münichreith/O., Taufbuch I, S. 379-413; Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch I (1784-1815), fol. 2, 31, 96. Zendl wird immer als „Coratus localis“ bzw. „Lokalkurat“ bezeichnet! 

[70] Krick, Klöster (wie Anm. 69), S. 36. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch I, fol. 7 f., 33, 36, 97-99; Pfarrarchiv Böheimkirchen, Sterbebuch VIII (1827-1847), S. 77.

[71] Krick, Klöster (wie Anm. 69), S. 169. - DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 16. Juni 1804. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch I, fol. 9-13, 18, 36, 100; Sterbebuch I, fol. 51. Das im Sterbebuch in der Liste der Seelsorger (vor fol. 1) angeführte Antrittsjahr „1803“ ist falsch! – Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5. 

[72] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Inventare, Inventarium vom 23. Oktober 1804; Inventarium vom 26. November 1807. 

[73] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Fidei Professio vom 15. Oktober 1812; Pfarrarchiv Neupölla, Taufbuch II (1814-1838) fol. 21-57. – Verzeichniß über den geistlichen Personalstand der St. Pöltner Diözes (später: Verzeichniß über den Personal-Stand der Sekular- und Regular-Geistlichkeit der bischöflichen St. Pöltner Diöcese) auf das Jahr 1813, S. 77, 115 f.; 1833, S. 267; 1855, S. 165. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5. 

[74] DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch I, fol. 14, 21 f., 90; Taufbuch II (1816-1844) fol. 1-6, 52-55. – Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5.

[75] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 8. Oktober 1816; Fidei Professio vom 13. Oktober 1816. – Hiebl taufte in Neukirchen zuletzt Anfang Dezember 1823, in Rust erstmals im Dezember 1823: DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch II, fol. 6-52;  Pfarrarchiv Rust, Taufbuch I (1774-1832) fol. 108; Sterbebuch I (1784-1836) fol. 99. – Jubileums-Catalog des Bisthums St. Pölten. Festschrift zum hundertjährigen Jubileum dieses Bisthums. 1784-1884 (1884) S. 83. - Personalstand (wie Anm. 73), 1809, S. 92, 102; 1811, S. 80; 1813, S. 55; 1815, S. 24; 1837, S. 161. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5. 

[76] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 10. März 1824; Fidei Professio vom 1. April 1824. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch II, fol. 55-126. – Ende Februar 1840 ging Wagner als Pfarrer nach Schwarzenbach an der Pielach: Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 76. – Personalstand (wie Anm. 73), 1819, S. 102, 106; 1821, S. 90; 1839, S. 153; 1841, S. 192.

[77]  Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5.

[78] *1808 in Mold bei Horn, Priesterweihe 1832, zuletzt Pfarrer in Brand, +1874. Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 49. - Totenbuch der Diözese St. Pölten 1785-2000 (=TSP). Hg. vom Bischöflichen Ordinariat der Diözese St. Pölten (St. Pölten 2000) S. 75. - DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch II, fol. 127.  

[79] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 25. März 1840; Fidei Professio vom 24. April 1840. – DASP, Pfarrarchiv Allentsteig, Taufbuch III (1784-1821) fol. 77; Pfarrarchiv Martinsberg, Taufbuch II (1818-1835) S. 377-535; Taufbuch III (1836-1856) fol. 1-57; Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch II, fol. 128-167; Taufbuch III, fol. 1-46; Trauungsbuch I, Series Capellanorum Localium Neofani (vor S. 1); Pfarrarchiv Münichreith/O., Sterbebuch V (1872-1902) fol. 43. – Personalstand (wie Anm. 73), 1833, S. 257; 1839, S. 172; 1841, S. 193. – Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 157. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5.

[80] *1809 in Ulmerfeld, Priesterweihe 1832, zuletzt Seelsorger i. R. des Versorgungshauses Ybbs, +1887. – Personalstand (wie Anm. 535), 1886, S. 200. - Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 311. – TSP (wie Anm. 78), S. 225. - DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 47.

[81] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 25. August 1850; Fidei Professio vom 2. September 1850. - DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 48-115; Sterbebuch II (1825-1860) fol. 113. – Personalstand (wie Anm. 535), 1841, S. 57, 189; 1842, S. 56; 1844, S. 55. - Jubileums-Catalog (wie Anm. 75),  S. 157. 

[82] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 5 f.

[83] DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 116-143. – Personalstand (wie Anm. 73), 1855, S. 276; 1902, S. 392. - Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 168. – TSP (wie Anm. 78), S. 20. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 6.

[84] DASP, Pf.- u. Kl.- A.: Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 12. März. 1860; Fidei Professio vom 21. März 1860. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 144-154; Sterbebuch III (1861-1881) fol. 2. – Personalstand (wie Anm. 73), 1855, S. 49; 1856, S. 50. - Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 157. 

[85] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 6.

[86] * 1835 in Passern/Böhmen, Priesterweihe 1860, u. a. Kooperator in Pöggstall, ab 1871 Pfarrer in St. Georgen, ab 1877 Pfarrer in St. Leonhard/F., + 1907. – Personalstand (wie Anm. 73), 1902, S. 395. - Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 70. – TSP (wie Anm. 78), S. 8. – Archiv der Pfarre Pöggstall, Taufbuch IX, fol. 104-210; Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 155-157.

[87] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 28. Juli 1862; Fidei Professio vom 8. August 1862. - DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 157-174; Sterbebuch III, fol. 10. – Personalstand (wie Anm. 73), 1854, S. 291, 343; 1855, S. 281; 1856, S. 285; 1857, S. 291 f.; 1858, S. 237; 1859, S. 240; 1861, S. 250. - Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 157. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 6-9.

[88] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 6-9.

[89] * um 1828, zuletzt Defizient in Groß Haselbach, + 1900 in Gerotten, Stiftspfarre Zwettl. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol. 175-177; Pfarrarchiv Zwettl-Stift, Sterbebuch VI (1900-1939) fol. 4. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 10. – TSP (wie Anm. 78), S. 201.

[90] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 12. Juni 1865; Fidei Professio vom 7. August 1865. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch III, fol.177-188; Taufbuch IV (1868-1894) fol. 1-20. – Personalstand (wie Anm. 73), 1860, S. 262, 303; 1887, S. 150, 335; 1902, S. 395.– Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 75.–TSP (wie Anm. 78), S. 172.- Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 10 f.

[91] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 10.

[92] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 31.Mai 1873; Fidei Professio vom 10. Juni 1873. – DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch IV, fol. 20-51. – Personalstand (wie Anm. 73), 1867, S. 296, 313; 1870, S. 250; 1871, S. 68; 1873, S. 183. -  Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 157. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 11-13. - Münichreith am Ostrong. Vergangenheit und Gegenwart. Hg. v. Dorferneuerungsverein Münichreith (Münichreith am Ostrong 2010) S. 73 f.

[93] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 11-13.

[94] * 1846, Priesterweihe 1871, zuletzt Pfarrer in Stift Ardagger, + 1909. Personalstand (wie Anm. 73), 1902, S. 400. – TSP (wie Anm. 78), S. 187. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 13. - DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch IV, fol. 51 f. 

[95] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Fidei Professio vom 24. April 1879. –  DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch IV, fol. 52-109. – Personalstand (wie Anm. 73), 1874, S. 314, 254; 1875, S. 255; 1877, S. 52; 1902, S. 401; 1908, S. 192, 353. – TSP (wie Anm. 78), S. 185. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 13, 26.

[96] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 13-26.

[97] * 1861, Priesterweihe 1884, zuletzt Seelsorger in Stein, + 1915. – TSP (wie Anm. 78), S. 112. - DASP, Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch IV, fol 110 f.

[98] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 10. September 1888; Fidei Professio vom 11. Oktober 1888. – DASP, Pfarrarchiv Hoheneich, Taufbuch III (1822-1852) fol. 172; Pfarrarchiv Neukirchen/O., Taufbuch IV, fol. 111-146. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 27. – Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), S. 90, 315. – Personalstand (wie Anm. 73), 1873, S. 202, 310; 1877, S. 197; 1878, S. 92; 1879, S. 147, 308; 1880, S. 161; 1885, S. 215, 333; 1910, S. 190; 1911, S. 166. – TSP (wie Anm. 78), S. 123.

[99] Abschrift des Schreibens des Bischöflichen Ordinariates vom 15. April 1891: Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 29.

[100] * 1870, Priesterweihe 1894, war 1897 Provisor und 1898-1904 Pfarrer von Heiligenblut, 1904-1929 Pfarrer von Laimbach, ab 1929 Pfarrer von Rust, + 7. August 1945 in Martinsberg:  Jubileums-Catalog (wie Anm. 75), 1916, S. 325. – TSP (wie Anm. 78), S. 143. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 27. – DASP, Pfarrarchiv Heiligenblut, Taufbuch IV (1875-1939) fol. 115-158; Pfarrarchiv Laimbach, Memorabilienbuch der Pfarrre Laimbach (=Pfarrchronik Laimbach; handschriftliche Aufzeichnungen, um 1860 – 1940), S. 12, 78. 

[101] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 2. Juni 1896; Fidei Professio vom 1. Juli 1896. – Personalstand (wie Anm. 73), 1889, S. 219, 328.  - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 30.

[102] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 30 f.

[103] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 2. Juli 1908;  Fidei Professio vom 6. August 1908. – Personalstand (wie Anm. 73), 1901, S. 380. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 31.

[104] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 31-40.

[105] * 1887, Priesterweihe 1911, Hilfspriester in Heiligeneich 1911, zuletzt Pfarrer in Oed, + 1943: Personalstand (wie Anm. 535), 1916, S. 333. – TSP (wie Anm. 78), S. 148. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 41.

[106] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 7. Februar 1912. – Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 41, 70. – Personalstand (wie Anm. 73), 1902, S. 227, 417; 1903, S. 137; 1905, S. 137; 1906, S. 152; 1908, S. 143; 1942-1945, S. 11.  – TSP (wie Anm. 78), S. 152.

[107] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 41-70, 84 f.

[108] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 22. November 1928;  Fidei Professio vom 1. Dezember 1928;  Pfarrarchiv St. Oswald, Taufbuch VI (1871-1905) fol. 136.– Personalstand (wie Anm. 73), 1916, S. 150, 335; 1917-1918, S. 56; 1919-1920, S. 125; 121-1923, S. 88; 1924, S. 87; 1928, S. 91; 1942-1945, S. 11. - Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 70, 82. – TSP (wie Anm. 78), S. 161.

[109] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 70-81.

[110] Ebd., S. 76. - Zeitungsartikel: Neukirchen (Primiz). In: Memorabilien=Buch der Pfarre Minichreith am Osterwalde (=Pfarrchronik Münichreith; handschriftliche Aufzeichnungen ab 1864) Jz. 1934. – Personal-Schematismus der Diözese St. Pölten. In: Jahrbuch der Diözese St. Pölten 1979, S 120; 1980, S. 95. – TSP (wie Anm. 78), S. 161.

[111] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, 3 Umpfarrungsdekrete vom 30. November 1935.

[112] DASP, Pf.- u. Kl.- A., Neukirchen/O.: Fasz. Akten, Präsentationsurkunde vom 24. Juni 1941. –  Sterbebildchen und Parte (1990). – Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 83, 113.

[113] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S.  83-113.

[114] Ebd., S. 113 f. -  Sterbebildchen und Parte (1994).

[115] Pfarrchronik Neukirchen (wie Anm. 10), S. 113-194.  

[116] Gemeinde aktuell (Pöggstall), 1994/3, 4. 

[117] Pfarrchronik Neukirchen, Band 2 (handschriftliche Aufzeichnungen ab 1994), Jz. 1994.

[118] Pfarrchronik Neukirchen 2 (wie Anm. 117), Jz. 1994-2011. – Marktgemeinde Pöggstall. Das Gemeinde-Journal (Pöggstall), Juli 2007.